Jive: 25 Prozent plus bei Börsendebüt

Der Nächste, bitte: Zwei Tage vor dem mit Spannung erwarteten IPO von Zynga hat sich noch ein weiteres Social-Media-affines Unternehmen an die Börse gewagt. Der Softwareanbieter Jive debütierte gestern an der Wall Street. Und das in bester Tradition von LinkedIn, Groupon & Co, die ihren Anteilseignern zum Handelsstart kräftige Gewinne beschert hatten. So auch Jive: Um in der Spitze 37 Prozent schossen die Papiere nach oben – am Ende blieb ein Plus von 25 Prozent.

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Das Timing stimmt: Zwei Tage sind es noch, dann debütiert der Online-Spiele-Anbieter Zynga an der Börse – und dürfte dabei das größte Internet-IPO seit Google hinlegen. Und auch eine andere aufstrebende Internetaktie hat gerade wieder kräftig Rückenwind: Groupon legt zuletzt immer weiter zu und notiert nun schon wieder deutlich über dem Ausgabekurs.  
Genau das richtige Börsenumfeld also, um kurz vor Jahresende noch eine Internet-affine Aktienemission in den Markt zu drücken. Die gelang gestern dem Anbieter von Social Media-Software Jive, der auf Business-Anwendungen spezialisiert ist – Social Networks für Unternehmen also.

Kurssprung von 27 Prozent zum Handelsstart

Zwischen 8 und 10 Dollar hatte Jive seine Aktien im Vorfeld noch angeboten und schließlich nach einer Anhebung des Ausgabepreises sogar für 12 Dollar an den Markt gebracht – auf der Basis war das elf Jahre alte Unternehmen immerhin schon 680 Millionen Dollar wert.

Doch es kam noch besser für den kalifornischen Software-Anbieter: Bei exakt 15,12 Dollar eröffnete die Jive-Aktie – 27 Prozent höher also. In der Spitze zogen die Anteilsscheine auf 16,50 Dollar an, was einem Plus von sogar 37 Prozent entsprach. Zu Handelsschluss stand das Papier praktisch wieder da, wo es in den Handelstag gestartet war: bei 15,05 Dollar, mehr als 25 Dollar über dem Ausgabekurs.   

Trotz happigen Verlusten fast eine Milliarde Dollar wert

Jive ist damit aus dem Stand 852 Millionen Dollar wert. In der Spitze des gestrigen Handelsverlaufs bei 16,5 Dollar kratzte der Softwareanbieter gar an einer Milliarden-Bewertung. Mit den 13,4 Millionen ausgegebenen Aktien erlöste das US-Unternehmen 161,3 Millionen Dollar.

"Der Börsengang ist superpositiv", kommentierte Aaron Levie vom Cloud-Anbieter Box in einem Interview mit dem Technologie-Portal VentureBeat das IPO. "Jive ist der erste Anbieter einer neuen Business-Software-Generation, der an der Börse debütiert. Die Aktie steigt um 30 Prozent? Das bedeutet, unsere Branche ist nun um 30 Prozent sexier", findet Levie.   

Allerdings muss sich das Unternehmen erst nachhaltig an den Aktienmärkten beweisen. Das US-Unternehmen aus dem Silicon Valley verliert nämlich weiter viel Geld: In den ersten sechs Monaten des Jahres hat Jive bei Umsätzen von 34 Millionen Dollar happige 30 Millionen Dollar Verlust gemacht. Die Erlöse stiegen damit um mehr als 60 Prozent, allerdings verdoppelte sich auch das Minus – im Vergleichszeitraum im Vorjahr hatte es noch 13,3 Millionen betragen.   

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