US-Bloggerin muss 2,5 Mio. Dollar zahlen

Was dürfen Journalisten, was Blogger nicht dürfen? In den USA steht Crystal Cox vor Gericht. Die Bloggerin hatte kritisch über die Investmentfirma Obsidian Financial Group und deren Mitgründer Kevin Padrick berichtet. Cox, die sich im Nachsatz mit "aka Journalist" bezeichnet, hatte Padrick des betrügerischen Bankrotts beschuldigt. Es folgte die Klage wegen übler Nachrede. Das Gericht entschied nun, dass Cox 2,5 Millionen US-Dollar Schadensersatz zahlen muss, weil der Quellenschutz für sie nicht gelte.

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Der Fall beschäftigt seit Januar die Gerichte. Damals hatte die Investment-Firma Cox bereits auf 10 Millionen US-Dollar verklagt. Konkret ging es um ein Posting, in dem sich die Bloggerin auf einen Insider beruft, der ihr Zahlen zu den Geschäften von Padrick lieferte. Doch den schützt die Bloggerin weiterhin, was ihr nun zum Verhängnis wurde.
Wie Mashable.com berichtet, urteilte der Richter im US-Staat Oregon, dass Cox, die mehrere Blogs unterhält, nicht als "richtige Journalistin" zu bezeichnen und dementsprechend zu verurteilen sei. Weil sie nicht an einen Verlag oder einen Fernsehsender angegliedert sei, gelten für sie nicht die gleichen Rechte wie für Berichterstatter. Dies sei ein Zivilprozess wegen einer Beleidigung, so dass Cox sich nicht auf das Media-Shield-Gesetz in Oregon berufen könne.
Diese im Jahr 2006 verabschiedete Rechtssprechung sieht unter anderem vor, dass ein Journalist, der an ein Medium angegliedert ist, nicht vorgeladen werden kann, und dass er seine Quellen nicht offenlegen muss. Hätte sie in Washington vor Gericht gestanden, so ein Anwalt, wäre sie bei ähnlich geltenden Gesetzen wohl nicht belangt worden. Cox, die sich selbst vor Gericht vertrat, will das Urteil nun anfechten.

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