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Von Dohnanyi geht auf di Lorenzo los

Das Interview, das Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg geführt hat, schlägt immer noch Wellen. Am Montagabend hat sich der frühere Hamburger Bürgermeister und SPD-Politiker Klaus von Dohnanyi in der Phoenix-Talkshow “Unter den Linden” zu Wort gemeldet: “Was die ‘Zeit’ mit dem Guttenberg da vorne auf der Seite gemacht hat, das fand ich ziemlich skandalös.", sagte er.

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Zu Guttenberg habe diese Aufmerksamkeit nicht verdient, so  von Dohnanyi weiter, "ich fand, dass man das in einer seriösen Zeitung nicht machen durfte." Man dürfe sich nicht wundern, wenn "hinterher das lächerliche kleine Buch, was es da geben soll, auf der Bestsellerliste nach oben turnt". Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hatte mit dem früheren Verteidigungsminister zu Guttenberg, der zurücktreten musste, weil er seine Doktorarbeit abgeschrieben hatte, ein langes Interview für ein Buch geführt und in der Zeit Auszüge daraus vorab veröffentlicht.

Für die Veröffentlichung musste di Lorenzo bereits viel Kritik einstecken. Zahlreiche Medien beschuldigten, ihn, zu Guttenberg eine Plattform für dessen Comeback-Versuch geboten zu haben. Die Zeit selbst veröffentlichte auf einer Doppelseite kritische Leserbriefe zum Thema. Angeblich habe es auch einige hundert Abo-Kündigungen wegen des Guttenberg-Interviews gegeben.

In dieser Woche hat di Lorenzo sich seinerseits in einem Spiegel-Interview gerechtfertigt. Allerdings schlug er dabei auch selbstkritische Töne an: "Ich würde künftig, nach dieser Erfahrung, grundsätzlich überlegen, ob die Konstruktion so einer Kooperation – Vorabdruck im eigenen Blatt und Buch durch ein und denselben Journalisten – sinnvoll ist, und sei der Inhalt noch so interessant."

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