Domainstreit: Schuhbeck gegen Schuhbeck

Publishing Wem gehört die Domain Schuhbeck.com? Dem Koch Alfons aus München oder dem Religionslehrer Sebastian Schuhbeck aus Traunstein? Diese Frage muss am nächsten Dienstag das Landgericht I in München klären, denn der Küchenchef klagt vor Gericht auf Herausgabe von Schuhbeck.com. Der Koch argumentiert mit seiner „überregional bekannte Persönlichkeit“. Nach Meinung des Law Bloggers, Udo Vetter, stehen seine Chancen jedoch nicht gut. Zudem könnte sich der Zwist sogar zu einem echten Familienstreit entwickeln.

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Nach Informationen der Abendzeitung argumentieren die Anwälte des Promis, der mit seinen Büchern, TV-Auftritten und Werbeverträge längst seine eigene Marke ist, neben der "überregional bekannte Persönlichkeit" noch mit der "hartnäckigen" Weigerung des Gymnasiallehrers, trotz mehrerer Geld-Angebote, weiterhin die Domain behalten zu wollen. Zudem soll Schuhbeck.com Internationalisierung der Marke Schuhbeck im Weg stehen und dem Management so einige ehrgeizige Pläne kräftig versalzen. Dem entgegnet der Religionslehrer, dass Alfons Schuhbeck bereits "etwa 20 Domains mit seinem Namen“ habe, darunter auch die de-, die at- oder co.uk-Domain.

Schuhbeck.com (li.) und Schuhbeck.de

"Ich schätze die Chancen von Alfons als nicht so gut ein", sagt der Rechtsanwalt und Law Blogger Udo Vetter. Denn bei Streitigkeiten um Domainnamen geht es erst einmal um die Frage, wer hat zuerst die Internet-Adresse angemeldet. Das ist in diesem Fall Sebastian Schuhbeck. "Erst dann wird geprüft, ob der Kläger eine so überragende Bekanntheit hat, dass es einen Besitzerwechsel der Domain rechtfertigt." Im Streit um das Web-Portal des Mineralölkonzerns Shell.com entschied der Bundesgerichthof genau nach diesem Muster vor einigen Jahren. "Meiner Ansicht nach reicht die Bekanntheit des TV-Kochs für solch eine Argumentation allerdings nicht aus."

In beiden Punkten kann der Traunsteiner wahrscheinlich seinen bekannteren Namensvetter abkochen. Denn zum einem war er "einfach vorher da" und zum anderen hält er sich für eine überregional bekannte Persönlichkeit, weil er bereits dutzende Artikel und Bücher verfasst habe. Tatsächlich bezeichnet sich der Traunsteiner als "Landesbeauftragte für Computereinsatz im Religionsunterricht", kein Job der so völlig im Verborgen ausgeübt wird. Auf seiner Seite stellt der unterrichtende Schuhbeck überwiegende Lehrmaterialien kostenlos zu Verfügung. Auf der Homepage des kochenden Schuhbecks geht es überwiegend um den Verkauf von Büchern und die Image-Pflege der eigenen Ego-Marke.

Eine gehörige Portion Pfeffer erhält der Disput durch eine gewisse familiäre Note, mit der der Streit verfeinert wird. So erzählt der Traunsteiner der Abendzeitung: "Wir sind ja entfernt verwandt." Der Cousin seines Großvaters soll einen gewissen Alfons Karg adoptiert haben – den heutigen Alfons Schuhbeck. Deshalb sei Sebastian "von Haus aus schon länger ein Schuhbeck als er.“

Eigentlich gilt ja: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Den Streit Schuhbeck gegen Schuhbeck wird letztendlich wahrscheinlich nur das Gericht lösen können.

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