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Sat.1: Kosack erhöht die Fiction-Frequenz

Der neue Chef setzt noch einen drauf: Sat.1 hat am Donnerstagabend sein Frühjahrs-Line-up in Hamburg vorgestellt. Geschäftsführer Joachim Kosack will mit 22 Ausstrahlungen "erneut Maßstäbe in der deutschen TV-Branche" setzen. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Jürgen Heinrich alias "Der Wolff" kehrt auf den Bildschirm zurück, dazu gibt es eine Fortsetzung des Quotenerfolgs "Die Wanderhure" mit Alexandra Neldel und neue Staffeln der Serien "Danni Lowinski" und "Der Bulle".

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"Die Deutsche Fiction ist unverkennbar das Herzstück von Sat.1", sagte Kosack, der seit Oktober Geschäftsführer ist. "Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich Geschäftsführer von Sat.1 werde, hätte ich gelacht", so der 46-Jährige. Er hatte im April 2011 den Posten als Co-Geschäftsführer übernommen, zuvor war er seit 2008 Senior Vice President Deutsche Fiction der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH. Er zeichnet u.a. für die "Die Wanderhure", "Marco W.", "Böseckendorf" und "Die Grenze" verantwortlich und holte die Erfolgsserien "Der letzte Bulle" und "Danni Lowinski" ins Sat.1-Programm, die im kommenden Jahr in die dritte Staffel gehen. 
Auf Kosack als Senior Vice President Deutsche Fiction folgte Jochen Ketschau, der in Hamburg durch die Präsentation führte. "Sat.1 ist der einzige Privatsender mit einem festen Sendeplatz für deutsche TV-Movies. Deswegen ist der Sender eine Heimat für Produzenten, Schauspieler, Regisseure und Autoren, die ihr kreatives Potenzial für die Entstehung erfolgreicher, innovativer Fiction-Programme einbringen können", sagte Ketschau.
Als großes TV-Event wurde die Fortsetzung der Romanverfilmung von Iny Lorentz "Die Rache der Wanderhure" angekündigt. Der erste Film, eine Koproduktion von Sat.1 und ORF, wurde im Oktober 2010 ausgestrahlt und fand im Gesamtpublikum knapp zehn Millionen Zuschauer. Dazu wird es 2012 zwei Krimi-Pilotfilme geben: "Wolff – Kampf im Revier" ist eine Art Spin-Off der Krimi-Serie, die von 1992 bis 2006 lief. Allerdings gerät Jürgen Heinrich alias Kriminalhauptkommissar Andreas Wolff nun selbst ins Visier seines ehemaligen Schülers, Kommissar Marck (Stephan Luca). Im zweiten Film "Hannah Mangold & Lucy Palm" geht es um die ehemalige Kommissariats-Leiterin Hannah Mangold (Anja Kling), die aus der Psychiatrie in ihr früheres Dezernat zurückkehrt und dort mit der neuen, eigenwilligen Kollegin Lucy Palm (Britta Hammelstein) zusammenarbeiten muss.
Dazu gibt es acht TV-Movies aus dem Bereich Drama, Romantic-Comedy und Komödie im kommenden Frühjahr, darunter den Film "Big Spender" mit Mirjam Weichselbraun und Oliver Wnuk, die Sat.1 mit dem österreichischen TV-Sender Puls4 produziert hat. Vermutlich werden die Münchner aber mit keinem der vorgestellten Formate so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wie mit dem TV-Event "Marco W." (4,87 Mio. Zuschauer im Gesamtpublikum).
Der Film, der im Frühjahr 2011 ausgestrahlt wurde und auf den Erinnerungen des 17-Jährigen basierte, der 2007 in Antalya wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs in Untersuchungshaft saß, hatte für viel Furore gesorgt. Nach der Ausstrahlung empörten sich türkische Zeitungen über die Darstellung ihres Landes. Die Hürriyet titelte "Marco-Schock", Takvim kommentierte, dass die Türkei sehr schlecht wegkomme und im Star hieß es, dass das TV-Event an den Kinostreifen "Midnight Express" erinnere.

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