Burda-Invest: Aus für Berliner Suite101

Mal wieder soll Google am Niedergang eines Geschäftsmodells Schuld sein: Das selbsternannte Autorenportal Suite101 schließt seine deutsche Redaktion. Verantwortlich für die zwölf Jobs, die jetzt bei der Burda-Beteiligung wegfallen, sollen die Suchmaschine und ihr Panda-Update sein, das vor allem Contentfarmen wie Suite101 abstrafen sollte. Während Google also seine Mission erfüllt zu haben scheint, tritt der ehemalige Chefredakteur via Twitter noch einmal kräftig nach. Er sieht die Schuld beim Management.

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Mal wieder soll Google am Niedergang eines Geschäftsmodells Schuld sein: Das selbsternannte Autorenportal Suite101 schließt seine deutsche Redaktion. Verantwortlich für die zwölf Jobs, die jetzt bei der Burda-Beteiligung wegfallen, sollen die Suchmaschine und ihr Panda-Update sein, das vor allem Contentfarmen wie Suite101 abstrafen sollte. Während Google also seine Mission erfüllt zu haben scheint, tritt der ehemalige Chefredakteur via Twitter noch einmal kräftig nach. Er sieht die Schuld beim Management.

"Suchmaschinen sind der natürliche ‚Vertriebsweg’ für hilfreiche Artikel im Internet, wobei zurzeit insbesondere in Europa Suchmaschinen mit Google gleichzusetzen sind", schreibt Suite101-Gründer Peter Berger im Hausblog. "Während wir in der Vergangenheit von Verbesserungen bei Google meist profitierten, werden unsere Artikel dort derzeit schwächer gerankt als sie sollten."

Die Homepage von Suite101.de

Was der Manager meint, ist: Der Google-Traffic ist zusammengebrochen und die Suite101-Artikel sind mittlerweile erst auf den hinteren Rängen von Googles Trefferlisten zu finden. Dies ist gleich ein doppeltes Problem: Denn das Geschäftsmodell der Plattform sieht vor, dass man möglichst viele Texte online stellt, die Fragen und Probleme beantworten, die den Google-Nutzern gerade besonders unter den Nägeln brennen. Bezahlt werden die Autoren dabei ja nach der Anzahl der Klicks. Weniger Suchmaschinen-Besucher bedeuten weniger Werbeeinnahmen und damit weniger Geld für die Autoren.

"Während Suite101.de noch zu Jahresbeginn operativ profitabel arbeitete und unsere restlichen europäischen Aktivitäten als Investition vom Rest der Firma mitgetragen wurden, erwirtschaften nun alle europäischen Seiten trotz noch im Sommer durchgeführter Sparmaßnahmen Verluste", erklärt Peter Berger. Der Hamburger mit Wohnsitz in Kanada sah sich nun vor die Wahl gestellt, entweder "diese Situation auf unabsehbare Zeit hinzunehmen oder aber über die kommenden Jahre Ressourcen in die Weiterentwicklung von Suite101 mit Ziel der letztlichen Befreiung von unserer Google-Abhängigkeit investieren zu können".

Die Folge: Das "redaktionelle Modell in Europa" wird der "wirtschaftlichen Lage" angepasst. Ganz Konkret heißt dies, dass das Berliner Büro mit zwölf Redakteuren geschlossen wird. Die Aufgabe der Suite101-Mitarbeiter war es überwiegend, die Texte von Freien- und Hobby-Autoren zu redigieren. Seit dem Start im Februar 2008 verfassten die über 3.000 deutschsprachigen Autoren mehr als 70.000 Artikel.

Die Erklärung von Berger hält der ehemalige Chefredakteur Dirk Westphal für falsch. So kommentierte er via Twitter: "Ende von @Suite101_de als redaktionell betreute Plattform: Wahrer Grund nicht #Panda, sondern Fehlentscheidungen davor und vor allem danach."

Allerdings baut der Gründer in Deutschland nicht nur die Jobs von anderen ab, sondern steigt auch selbst bei Suite101 aus. Allerdings nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus "privaten Gründen", heißt es.

Das deutschsprachige Textangebot soll dennoch unverändert bestehen bleiben. "Im Normalfall will Suite101 jetzt auf die Selbstverantwortung der Autoren der deutschsprachige Texte setzen.

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