Guttenbergs Lebensbeichte bei di Lorenzo

Die Hinweise auf ein gut geplantes Comeback von zu Guttenberg verdichten sich: Schritt eins war der erste öffentliche Auftritt im kanadischen Halifax, der zweite Schritt ist ein Buch, in dem der Ex-Verteidigungsminister den Plagiats-Skandal, seinen Rücktritt und die Konsequenzen daraus erklärt. Dieses Werk ist bereits fertig und steht ab 29. November in den Buchläden. Der Interview-Band trägt den Titel "Vorerst gescheitert" und enthält ein 208-Seiten-Gespräch mit Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

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In dem neuem Buch äußert sich der CSU-Politiker erstmals zu seinem Rücktritt und dem Umzug in die USA. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im kanadischen Halifax beim International Security Forum sprach der Bayer dagegen überwiegend über den Euro und die aktuelle politische Lage.

In "Vorerst gescheitert" bezieht zu Guttenberg – laut Verlagsvorankündigung – Stellung zu seiner Herkunft und seine Familie, "über die Zeit als politischer Überflieger im Wirtschafts- sowie im Verteidigungsministerium, über seinen Umgang mit den eigenen Fehlern, über die Zeit nach dem Rücktritt – und über die Voraussetzungen für die Rückkehr eines immer noch enorm populären Politikers".

Abgesehen von dem Buch soll der ehemalige Polit-Star auch an einer neuen Doktorarbeit schreiben. Das will zumindest die Mitteldeutsche Zeitung bereits erfahren haben. "Es wäre kein Fehler, wenn er eine neue Doktorarbeit schriebe", zitierte die Zeitung einen CSU-Bundestagsabgeordneten. "Wir wollen ja alle, dass er sich rehabilitiert." Genau das könnte in wenigen Wochen der Fall sein.

Denn neben dem neuen Buch steht auch noch die Einstellung des Verfahrens wegen möglicher Verletzung des Urheberrechts vor dem Abschluss. Spätestens wenn ein Prozess abgewendet und eine neue Dissertation in Arbeit ist, dürfte einer politischen Rückkehr nicht mehr im Weg stehen.

In der Verlagsankündigung heißt es bereits, dass es in dem Buch auch um die großen Themen unserer Zeit ginge: "der schlechte Zustand der deutschen Politik und Parteien und was dagegen getan werden müsste, die Macht und die Mechanismen der Medien sowie notwendige Schritte in der Europa- und Außenpolitik". Die Bild, die ja schon immer eng mit dem ehemaligen Berliner Politik-Star verbandelt war, schreibt: "Ein Buch, das sich durchaus als Comeback-Ankündigung lesen lässt…"

Passend dazu berichtet die Mitteldeutsche Zeitung, dass der CSU-Kreisverband Kulmbach die Entscheidung, wer im Herbst 2013 für den Bundestag kandidiere, extra lange offen halten würde.

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