Spiegel TV streicht weitere 26 Stellen

Spiegel TV kommt nicht zur Ruhe: Nachdem – wie berichtet – durch die Einstellung des "Kerner"-Formats bei Sat.1 mehr als 30 Stellen gestrichen werden mussten, hat das Unternehmen am Freitag mitgeteilt, dass bei der hundertprozentigen Spiegel-Tochter Spiegel TV weitere 26 Stellen gestrichen würden. Wie es heißt, werde über "die Ausgestaltung der entsprechenden Maßnahmen" in kürze Gespräche mit Betriebsrat und Mitarbeitern geführt. Ziel des Job-Abbaus sei eine "Verschlankung der Strukturen".

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Bereits im September war die Geschäftsführung von drei auf zwei Top-Manager verkleinert worden. In diesem Zuge hatte der langjährige Geschäftsführer Cassian von Salomon das Haus verlassen. Matthias Schmolz, seit Frühjahr 2011 neuer Geschäftsführer von Spiegel TV, begründet den Personalabbau so: "Es ist unser Ziel, die starke Position von Spiegel TV im deutschen Fernsehmarkt zu erhalten und weiter auszubauen. Dafür ist es unumgänglich, dass wir unsere Organisation verändern und uns leider auch von Mitarbeitern trennen." Schmolz weiter: "Der Markt wird enger, die Budgets knapper, die Geschäftsfelder immer kleinteiliger. Diesen Veränderungen müssen wir uns anpassen; wir brauchen schlankere und flexible Strukturen – auch weil Auftragsproduktionen inzwischen eine große Bedeutung in unserem Portfolio haben."

Derzeit produziert Spiegel TV mit seinen Tochterfirmen für acht auftraggebende Sender. Hinzu kommen die beiden Pay-TV-Kanäle Spiegel Geschichte und Spiegel TV Wissen. Gerade im Auftragsgeschäft hatte die Fernsehgruppe des Spiegel in den vergangenen Jahren herbe Rückschläge hinnehmen müssen. So gingen etliche Fremdproduktionen, unter anderem bei ZDF und Vox, verloren.

Laut Unternehmensmitteilung wird der Stellenabbau sowohl die Bereiche Redaktion, wie auch Produktion betreffen. Danach werde es bei Spiegel TV "rund 150 Vollzeitstellen" geben. Zusammen mit den im Zuge der "Kerner"-Einstellung anstehenden rund 30 Entlassungen sind nun also 26 weitere Stellen betroffen.

Wie viele Mitarbeiter am Ende ihren Job verlieren werden, ist dabei unklar. In dem Unternehmen gibt es eine ganze Reihe von Teilzeitstellen. Der Verlag legt mit Blick auf den jetzt verkündeten Stellenabbau bei Spiegel TV wert darauf, dass die Entlassung der "Kerner"-Redaktion ein davon separat zu betrachtender Vorgang sei. Hier werde das Format zum Jahresende eingestellt, worauf Spiegel TV, als Subproduzent der JBK TV-Productions GmbH, keinen Einfluss habe. Die Vorgänge seien somit nicht vergleichbar. Bei Spiegel TV werde lediglich die bereits vor einem Jahr begonnene Neustrukturierung des gesamten Unternehmens weiter vorangetrieben.

Der jetzige Abbau erfolgt nur bedient überraschend. Denn bereits vor fast einem Jahr kündigte Spiegel TV bereits an, rund 15 Prozent aller Stellen streichen zu müssen.

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