Hubert Burda will Politik Dampf machen

Hubert Burda will "Dampf" machen, um ein Leistungsschutzrecht in Deutschland einzuführen. Der Verleger eröffnete als Präsident des Zeitschriftenverlegerverbands VDZ die Zeitschriftentage in Berlin. Von der Kanzlerin Angela Merkel, die am Freitag zu den Verlegern sprechen wird, verspricht sich Burda eine Ansage, wann die Regierung das geforderte Leistungsschutzrecht umsetzen will. Burda mäkelte ebenfalls am Kartellrecht und am Verhalten von Google gegenüber Inhalteproduzenten herum.

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"Das kann so nicht bleiben", sagte Burda über das Kartellrecht. Er nannte als Beispiel den Versuch seines Verlags, eine Häkelzeitschrift zu übernehmen. Dies untersagte das Bundeskartellamt mit Hinweis auf die marketbeherrschende Stellung Burdas in diesem Segment der gedruckten Häkelpresse. Damit war Burda aber gar nicht einverstanden: "Habt ihr mal ins Netz geschaut?", fragte der Verleger die Bonner Behörde – dort gebe es wesentlich mehr Angebote für Häkelfreunde, die nicht zum Burda Medienkonzern gehören. Der Zeitungsverlegerverband BDZV hatte seinerseits in den vergangenen Monaten Druck gemacht, um eine Reform des Pressefusionsrechts zu erwirken.

Ein weiteres Anliegen des VDZ-Präsidenten, das er in den vergangenen Jahren immer wieder bei den Zeitschriftentagen zur Sprache brachte: Die Herrscher über die "Content-Infrastruktur" im Netz – Google und Facebook – müssten sich fair gegenüber den Inhalteproduzenten verhalten. Beispiel: In der Google-Suche nach einem Kinofilm lande ganz oben in den Suchergebnissen immer ein Angebot von Google selber, das Kinofilme mit Spielorten in einer bestimmten Region aggregiere. Verlegerische Angebote wie das Burda-eigene Cinema zögen den Kürzeren. "Kopieren und sich vor andere Angebote setzen", wie das Google tue, sei nicht fair. VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner sprach in seiner Begrüßung von "faktischen Monopolen von globalen Gigaunternehmen".

Die Bühne bei den VDZ-Zeitschriftentagen wird im Hintergrund von einem riesigen iPad-Foto geschmückt. Der Slogan der Veranstaltung lautet: "Zeitschriftenverleger – Gestalter der neuen Medienwelt". Burda hat die Zeichen der Zeit erkannt – und spricht eine Selbstverständlichkeit aus, die aber einiges über die verhaltenen Strategien mancher Medienunternehmen aussagt: "Wer jetzt gefragt ist, ist der Unternehmer." Applaus.

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