Bertelsmann: mehr Macht für Gütersloh

Am 1. Januar übernimmt Thomas Rabe die Führung der Bertelsmann AG. Jetzt werden erste Details bekannt, welche Veränderungen er innerhalb des Medienkonzerns plant. So berichtet das Manager Magazin in seiner kommenden Ausgabe, dass der 46-Jährige die Rolle der Hauptverwaltung deutlich stärken will. Zudem plant Rabe offenbar, einen Ausschuss einzurichten, der den Vorstand berät. Wer dem Gremium außer der deutschen RTL-Chefin Anke Schäferkord angehören wird, ist noch unklar.

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Bislang zeichnet sich Bertelsmann durch eine sehr dezentrale Unternehmensstruktur aus. So werden traditionell Konzernteile wie Fernsehen (RTL), Zeitschriften (Gruner + Jahr) und die Dienstleistungen (Avarto) separat verwaltet. Der neue CEO plant laut Manager Magazin nun im Bereich der Investitionen für das Neugeschäft und das Personalmanagement die Federführung zu übernehmen. Eine personelle Konsequenz des Führungswechsels soll sein, dass der langjährige Chef der Konzernentwicklung, Dirk Refäuter, das Haus verlässt.

"Bertelsmann steht wie berichtet vor einem Führungswechsel. Thomas Rabe als designierter Vorstandsvorsitzender hat mit Blick auf seine zum 1. Januar 2012 anstehende Amtsübernahme frühzeitig einen systematischen Dialog mit Vertretern aus allen Teilen und Ebenen des Konzerns gestartet, um das kollektive Wissen von Bertelsmann zu nutzen und zugleich die bestehenden Strukturen und Prozesse zu überprüfen", kommentiert ein Unternehmenssprecher den Bericht des Manager Magazins gegenüber MEEDIA. "Sollte es hier zu Entscheidungen kommen, werden wir diese rechtzeitig kommunizieren. Personalspekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht."

In dem kommenden Artikel äußert sich Hartmut Ostrowski auch erstmals öffentlich über die Gründe seines Abschieds: „Ich selbst habe gemerkt, dass ich nach vier anstrengenden, aber erfolgreichen Jahren persönlich nicht mehr im Vollbesitz der notwendigen Kräfte für eine zweite Amtsperiode bin", zitiert das Manager Magazin den scheidenden CEO. Weiter schreiben die Hamburger, dass Bertelsmann bereits Anfang 2010 die Ablösung Ostrowskis betrieben hätte, aber Rabe noch nicht als geeigneter Kandidat gesehen wurde, weshalb eine Personalberatung eingeschaltet worden war. Deren Suche verlief entweder erfolglos oder aber der Aufsichtsrat änderte seine Einschätzung über den neuen Vorstandsvorsitzenden.

Rabe übernimmt ein gut bestelltes Haus. So kann sich die Bilanz für das dritte Quartal 2011 des Medienkonzerns durchaus sehen lassen. Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente das Unternehmen 377 Millionen Euro (Vorjahreswert: 357 Millionen Euro). Lediglich beim operativen Gewinn (EBIT) gab es eine kleine Delle.

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