Ashton Kutchers große Twitter-Blamage

Er hat schon bessere Tage auf Twitter gesehen: Ashton Kutcher war der erste Hollywoodstar, der dem Kurzmitteilungsdienst zu Ruhm verhalf. Nun der große Fauxpas vor 8 Millionen Followern: In einem unbedachten Tweet hatte Kutcher die Entlassung der Footballlegende Joe Paterno an der Universität Pennsylvania State kritisiert, ohne die Hintergründe zu kennen. Der Coach wurde im Zuge eines Missbrauchsskandals entlassen. Kutcher bereute öffentlich – und versprach künftig ein Social Media-Team einzuschalten.

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Dieser Schnellschuss ging nach hinten los. "Geschmacklos" und eine "Beleidigung“"sei der Rauswurf des Footballtrainers Joe Paterno, twitterte Ashton Kutcher. Paterno ist als Coach der Pennsylvania State University für viele Amerikaner eine lebende Legende: Seit fast einem halben Jahrhundert trainiert der 84-Jährige das Team der Pennsylvania State University. Bis er vorgestern gefeuert wurde.

Ashton Kutcher hatte dafür wenig Verständnis und twitterte seine Enttäuschung. "Ich finde das ganz schlechten Stil." Die Reaktion darauf glich einer Welle der Empörung: "Idiot" waren eher die harmloseren Beschimpfungen in Richtung Kutchers Twitter-Account aplusk.

Noch immer unter den Top Ten: Kutcher zehnt meistgefolgter Twitterer

Am Abend erkannte Kutcher das Ausmaß seiner Verfehlung: Paterno war nicht einfach grundlos oder wegen Erfolglosigkeit entlassen worden, sondern wegen eines Missbrauchsskandals seines Assistenztrainers. Für  Kutcher, der sich selbst gegen Kindesmisshandlungen engagiert, konnte der Fauxpas größer nicht sein.  

Schließlich ist der 33-Jährige einer der ganz Großen bei Twitter.  Legendär ist sein Wettrennen um die erste Millionen Follower, das er gegen CNN vor zweieinhalb Jahren gewann. Inzwischen ist Kutcher auf Platz zehn abgerutscht – Lady Gaga bringt es auf fast doppelt so viele Follower – , doch stolze acht Millionen verfolgen die Kurznachrichten den "Two and a half Men"-Darstellers.     

"Ich fühle mich schrecklich wegen des Fehlers"

Entsprechend nötig schien die mediale Schadensbegrenzung, bei der PR-Strategen wohl mit Hochdruck feilten. "Ich fühle mich schrecklich wegen des Fehlers", twitterte Kutcher. "Wird nie wieder vorkommen". So weit, so nachvollziehbar. Die Konsequenzen indes überraschen: Der Twitter-Enthusiast Kutcher will das Twittern lassen. Zumindest in der bisherigen Form.

"Es scheint, dass Twitter zu einer Massenpublikationsform gewachsen ist, in der ein Tweet zur großen Nachricht werden kann, die um die ganze Welt geht", äußerst sich Kutcher fast staatstragend in einem extra formulierten Blogeintrag, dem man die großen Bemühungen PR- Krisenkommunikation nur so anliest. Die Folgen erstaunen dann doch:  Kutcher will sich künftig von einem Social Media-Team von Katalyst Media beaufsichtigen und notfalls zensieren lassen.

"Ich versuche nur ein guter Mensch zu sein"

Damit hat Kutcher den nächsten Aufschrei im Web provoziert. "Schwacher Schachzug", watscht  etwa der  Business Insider den früheren MTV-Moderator ab. "Jeder macht Fehler. Lass Deine Tweets  von niemanden managen", wundert sich auf die amerikanische Bloggerin Gina Trapani.

Ashton Kutcher weidet sich unterdessen weiter in Selbstkasteiung. "Was ist ein Bild wert", fragt er in einem Post aus der letzten Nacht, das ihn als "Idioten" brandmarkt.  "Ich versuche nur ein guter Mensch zu sein", lautete schließlich der vorerst letzte Post des Hollywood-Stars, der mit dem öffentlichen Beziehungsproblemen zu Demi Moore eigentlich Probleme genug hat. Bleibt die Frage: Kommt die öffentliche Reue von Kutcher selbst – oder seinem Social Media-Team?

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