Justiz stoppt Kachelmann-‚Nachverurteilung‘

Das Urteil im Strafverfahren ist rechtskräftig, doch auch nach dem Freispruch beschäftigt der Fall Kachelmann die Justiz: Vor dem Landgericht Köln hat der Wettermoderator erreicht, dass seine Ex-Geliebte die Vergewaltigungs-Beschuldigungen gegen ihn außerhalb von gerichtlichen Verfahren oder Ermittlungsverfahren nicht wiederholen darf. Die Radiomoderatorin hatte der Zeitschrift Bunte nach dem Freispruch Kachelmanns ein langes Interview gegeben und ihre Vorwürfe bekräftigt.

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Das Gericht entschied bereits am 28. Oktober, dass die Äußerungen in der Bunten nur "ein bloßes Unterhaltungsinteresse" befriedigt und das Interview einen "Überschuss an emotionalisierenden Darstellungselementen" enthalten habe. Zudem urteilten die Richter, dass Kachelmann die detaillierten und emotionalisierenden Äußerungen zu den Schilderungen der Klägerin "nicht hinnehmen muss", wie der Medienanwalt Ralf Höcker auf seiner Homepage dokumentiert. Er hatte Kachelmann vor Gericht vertreten: "Es ist schlimm genug, dass Herr Kachelmann während seines Strafverfahrens zu Unrecht vorverurteilt wurde. Das LG Köln hat nun auch seiner Nachverurteilung ein Ende gesetzt", so Höcker.
Zudem setzte der Anwalt in einer außergerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Innenministerium Baden-Württemberg und der Polizeidirektion Sigmaringen durch, dass die Radiomoderatorin nicht mehr als "Opfer" bezeichnet werden darf. Zuvor hatte Höcker eine einstweilige Verfügung gegen eine Staatsanwältin erwirkt, die die Ex-Geliebte in einem Gastbeitrag der FAZ als "Geschädigte" bezeichnet hatte.

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