P7S1: Trotz Sorgenkind Sat.1 auf Rekordkurs

Der Umsatz von ProSiebenSat.1 wuchs im dritten Quartal 2011 um knapp 9 Prozent auf 594,5 Mio. Euro, der operative Gewinn kletterte um knapp 20 Prozent auf 163,6 Mio. Euro. Die deutschsprachigen TV-Sender schafften sogar ein schmales Plus bei den Marktanteilen von 0,5 Prozent. Einzig Sat.1 bleibt ein Sorgenkind. Im Oktober fiel der Kanal bei den Marktanteilen auf einen neuen Tiefstand. Trotzdem wird die Sendergruppe das Gesamtjahr wohl mit einem Rekordgewinn abschließen.

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Das Umsatzplus im deutschsprachigen Free-TV (Umsatz plus 6,6 Prozent auf 413,9 Mio. dürfte nicht zuletzt auf die sehr starke Stellung von ProSieben zurückzuführen sein. Der Trend zieht sich auch ins vierte Quartal: ProSieben legte im Oktober mit einem Marktanteil von 12,6% den besten Monatswert seit November 2009 vor.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete ProSiebenSat.1 einen operativen Gewinn (EBITDA) von 791,5 Mio. Euro. Dieser Wert wird wohl 2011 übertroffen werden. Der Gesamtumsatz wird im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. So jedenfalls die Prognose von Vorstandschef Thomas Ebeling. Unterm Strich verdiente die Gruppe im 3. Quartal 340,3 Mio Euro. Da sind aber die Erlöse aus dem Verkauf des Niederland-Geschäfts eingerechnet. Rechnet man das raus, bleibt ein Netto-Überschuss von 13,4 Mio. in den Büchern. Der fällt vergleichsweise mager aus, weil weiter fleißig Schulden abgebaut wurden.

Die ProSiebenSat.1 Group reduzierte ihre Netto-Finanzverschuldung gegenüber dem Stichtag des Vorjahres um 36,8 Prozent auf 2,075 Mrd. Euro. Da kann man schon mal vollmundig werden. Ebeling: "Wir sind auf der Zielgeraden zu einem neuen Rekordjahr. Auf unserem Weg zu einem Powerhouse für TV und digitale Unterhaltung haben wir im dritten Quartal erneut einen großen Schritt nach vorne gemacht und unsere Umsätze in allen Segmenten gesteigert.” Künftig soll das viel beschworene Wachstum immer stärker aus Unternehmensteilen kommen, die nichts mit klassischem Fernsehen zu tun haben oder im Ausland liegen.

Bis 2015 soll “fast die Hälfte” des Umsatzes jenseits des deutschen TV-Marktes erlöst werden. "Fast" – wohlgemerkt. ProSiebenSat.1 hat da ein zusätzliches Umsatzpotenzial von über 750 Mio. Euro identifiziert, das es zu heben gilt.

Noch was Neues: Ab dem Geschäftsjahres 2012 will der Konzern seine Segmentberichterstattung an die ausgerufene "Vier-Säulen-Strategie anpassen. Das bedeutet, die Zahlen werden dann in die Segmente "Deutschsprachiges Fernsehen", "Broadcasting International" sowie die beiden Säulen "Neue Medien und verwandte Bereiche" und "Produktion und weltweiter Vertrieb von Inhalten" aufgeschlüsselt.
Alle Zahlen für das 3. Quartal der ProSiebenSat.1 Group hier in der Pressemitteilung

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