Wie die Samwers bei Groupon aufräumen

Während die letzten Vorbereitungen auf einen der größten Internet-Börsengänge seit Jahren laufen, stehen drei Gewinner des Groupon-Deals bereits fest – die Berliner Samwer-Brüder sind mal wieder ganz vorne dabei. Wenn es gut läuft, ist ihr Anteil beim Börsendebüt des Internet-Überfliegers sogar milliardenschwer. Ihren Zahltag haben sich die Seriengründer auf ihre Weise erarbeitet, berichtet der Business Insider in einer Exklusiv-Reportage: Die Samwers prägten den "German Way" bei Groupon.

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Großer Scoop für Henry Blodgets Business Insider: Wenige Tage vor einem der meist erwarteten Börsengänge seit Jahren hat das Portal-Konglomerat eine Exklusivstory über Groupon in epischer Breite veröffentlicht, wie sie die Internetwelt so noch nicht gelesen hat. "Inside Groupon. Die Wahrheit über das kontroverseste Unternehmen der Welt" ist eine faszinierende Lesestrecke mit dem Schönheitsfehler, dass StudiVZ nie an Facebook verkauft wurde – das hat sich wahrscheinlich nicht ganz bis nach New York herumgesprochen.

Sei es drum: Dafür kann der Business Insider tatsächlich mit Insider-Informationen über die prominentesten Web-Unternehmer des Landes – die Samwer-Brüder – aufwarten. In dieser Form wurde hierzulande noch nicht über die Alando-, Jamba- und CityDeal-Gründer berichtet – was nicht ganz überrascht: "We’re Germans, we have kids", hatte Oliver Samwer schließlich unlängst einem Reporter von TechCrunch Europe gesteckt – und dafür einigen Spott im Internet geerntet.

"The Germany Way":  Samwers krempeln Groupon um

Beim US-Konkurrenten schweigen sich die Samwers zwar aus, dafür hat Nicholas Carson, der stellvertretende Chefredakteur des Business Insider, einiges über die drei Seriengründer zu berichten. Etwa dies: "Sie sind absolute Kapitalisten. Für sie gibt es keine weichen Seiten. Es geht ihnen um den Umsatz, nicht um die Leute", wird eine Quelle zitiert.

Was das mit Groupon zu tun hat? 6,5 Prozent halten die Samwers durch den Verkauf ihres Schnäppchen-Klons CityDeal im Mai 2010 noch am US-Überflieger – nur ein Prozent weniger als Gründer Andrew Mason selbst. Mit den Firmenanteil stieg entsprechend der Einfluss der Samwers im US-Start-up:  Als "The German Way" bezeichnen Kenner den Arbeitsstil der Berliner Gründer – und das klingt wie "eine Mischung aus Kompliment, Angst und Abscheu zugleich", berichtet der Business Insider.   

Der deutsche Weg bei Groupon geht so: "Die Samwers führen das Sales-Geschäft durch ihren Bevollmächtigten, den Groupon-UK-Gründer Chris Muhr", heißt es im US-Portal. Und zwar mit eiserner Faust: "Sie sind schlaue, versierte Jungs mit spitzen Ellbogen", sagt ein Unternehmenskenner. Die Zeit der sechsstelligen Startgehälter für Berufsanfänger war schnell vorbei. Inzwischen wird der Einfluss der Samwers bei Groupon durch den Aktienanteil nicht mal annähernd widergespiegelt, glauben mit Groupon vertraute Personen.

Verschiebung der Kräfteverhältnisse von Mason auf die Samwers

Doch was für’s Geschäft gut ist, muss noch lange nicht gut für die Arbeitskultur sein, gibt der Business Insider zu bedenken. "Sie haben das Betriebsklima verändert", lautet ein Vorwurf.  Und zwar nicht zum Besseren: "Es ist wie im Heizkessel. Es geht ziemlich ruppig zu, absolut hardcore", wird eine Quelle zitiert. Etwas Ähnliches hat man schon mal von anderen Samwer-Start-ups gehört.
 
Vor allem scheint es, als hätten die Berliner Brüder Unternehmensgründer Mason selbst zum Teil das Wasser abgekocht: Die Unternehmenskultur des "German Way" deute auf eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse in Richtung Berlin hin, heißt es. "Sie führen Andrew wie eine Geige vor ", sagte eine mit dem Unternehmen vertraute Person.

Milliardenschwer bei 35 Prozent Plus
Klar ist jetzt schon: Der CityDeal-Verkauf ist der beste Exit der drei Berliner Unternehmer bisher. Mit dem Groupon-Börsengang fließen am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne 740 Millionen Dollar an die Spree. Schießt die Aktie am ersten Handelstag, wie vielfach spekuliert wird, stärker nach oben, haben die Samwers wohl die schnellste Milliarde ihrer Karriere verdient. Das wäre ab einer Kurssteigerung von 35 Prozent der Fall.

Die Chancen auf Interviews dürften in Zukunft dann nicht gerade größer werden – über Geld spricht man hierzulande immerhin nicht so gern. So bleibt auch schließlich mehr Zeit für die Familie. Sie wissen schon: "We are Germans, we have kids".

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