BDZV-Studie: Verlage setzen auf Social Media

Facebook, Twitter und Co. werden immer mehr für Verlage zur Pflicht. Wie der BDZV in einer Studie herausfand, nutzen bereits 85 Prozent der deutschen Zeitungen Social Media. "Nie waren die Bedingungen zur Organisation und Produktoptimierung besser als heute, und Social Media schafft dafür die Voraussetzungen", sagt Christian Hoffmeister, Autor der Studie. Verlegern wie Chefredakteuren sei bewusst, dass das Potenzial noch nicht ausgeschöpft sei. Daher wollen die meisten ihr Angebot noch ausbauen.

Anzeige

Die Mehrheit der Verlags-Aktivitäten konzentriert sich bisher auf die Präsenz in externen Netzwerken wie Facebook und Twitter sowie die Integration von Facebook-Kommentarfunktionen und Tweets in die verlagseigenen Websites. Die Studie zeige, dass bereits 40 Prozent der Zeitungen eigene Communitys aufgebaut haben. Bei 26 Prozent der Zeitungen werden Leserreporter eingesetzt. Fast ebenso viele nutzen Social Media, beispielsweise in Form von Facebook-Umfragen oder Themenmonitoring.
Damit werde laut Hoffmeister deutlich, dass die Verlage Social Media dafür einsetzen, um die Nutzung der eigenen Angebote zu erhöhen. Daneben biete es Möglichkeiten, angestammte Kunden zu binden und neue Kunden zu gewinnen. Social Media könnte darüber hinaus auch gewinnbringend im Bereich Werbung eingesetzt werden: Die Verlage könnten ihre Umsätze erhöhen, indem sie den Werbekunden auch Social-Media-Lösungen anböten. Ebenso könnte der klassische Zeitungsvertrieb über den Austausch in der digitalen Community befeuert werden.
"Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter bieten den Verlagen ganz neue Chancen, die klassische Rolle der Zeitung als ‚Community-Organizer‘ neu zu definieren und mit Nutzern wie Werbekunden in völlig anderen Spielarten als bisher zu kommunizieren", sagt Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der Geschäftsleitung des BDZV. Die Untersuchung zeige, dass die Verlage Social Media in vielfältiger Weise nutzen könnten, um ihre publizistische Rolle und ihre Position im Markt zu stärken. Gleichwohl behielten die Verlage im Auge, dass "Facebook & Co. knallharte Wettbewerber sind, wenn es um das Zeitbudget und die Aufmerksamkeit von Usern sowie um die Budgets von Werbekunden geht", so Fuhrmann.
Inwiefern die Zeitungsredaktionen aus Recherchezwecken auf Social Media zurückgreifen, wurde nicht erfragt. Allerdings muss man davon ausgehen, dass in den meisten Fällen das Potenzial von Facebook, Twitter und Co. als Quelle noch nicht ausreichend genutzt wird.

Für die Studie wurden 400 Internetangebote von Zeitungen analysiert sowie Manager und Chefredakteure befragt. Hoffmeister ist Geschäftsführer des Hamburger Beraterunternehmens Bulletproof Media.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige