MDR-Fernsehballett spendet an Reporter ohne Grenzen

Die Gesellschafter der MDR Deutsches Fernsehballett GmbH haben den Auftritt von Mitgliedern des Ensembles im tschetschenischen Grosny missbilligt. Die Gage für den Auftritt erhält Reporter ohne Grenzen als Spende. Anlass für die Feier am 5. Oktober war der 35. Geburtstag des umstrittenen Präsidenten Ramsan Kadyrow, den Reporter ohne Grenzen zu den „Feinden der Pressefreiheit“ zählt.

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„Dass das MDR Deutsche Fernsehballett auf dem Geburtstag von Präsident Kadyrow getanzt hat, ist für alle, die sich für Pressefreiheit und Menschenrechte einsetzten, unzumutbar“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Rickerts. „Kadyrow wird von Menschenrechtlern für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht. Eine kritische Berichterstattung über die Politik des Präsidenten ist nicht möglich. Journalisten leben in einem Klima der Angst.“ Deshalb sei die Rüge der Gesellschafterversammlung nach dem peinlichen Auftritt das richtige Zeichen, so  Rickerts. ROG werde die Spende des Fernsehballetts auch für Journalisten aus dem Nordkaukasus einsetzen, die aufgrund von Repressalien aus der Region fliehen mussten.
ROG hat erst Mitte Oktober einen ausführlichen Bericht zur Lage der Pressefreiheit im Nordkaukasus veröffentlicht. Menschenrechtsaktivisten haben Kadyrow zudem für den Tod der Reporterin Anna Politkowskaja im Jahr 2006 und der Menschenrechtsaktivistin Natalia Estemirowa im Jahr 2009 mitverantwortlich gemacht. Der mutmaßliche Auftragsmörder von Politkowskaja, Rustam Machmudow, wurde am 31. Mai 2011 in Tschetschenien festgenommen. Nach der Ermordnung von Estemirowa musste die Menschenrechtsorganisation Memorial, bei der Estemirowa Mitarbeiterin war, Grosny aus Sicherheitsgründen verlassen. Kadyrow hatte die Mitarbeiter von Memorial noch 2010 im lokalen Fernsehen als „Feinde“ beschimpft.
Es ist für ROG zudem unverständlich, dass die meisten anderen Künstler, die ebenfalls an der Veranstaltung in Grosny teilgenommen haben, bisher keinen Anlass sahen, ihren Auftritt zu erklären. Der Schauspieler Jean-Claude van Damme, die Star-Geigerin Vanessa Mae, der Sänger Seal und der Zauberkünstler Jan Rouven waren ebenfalls bei der Feier anwesend. Nur Hilary Swank hat ihren Auftritt entschuldigt.

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