Abendblatt-Reporter holen Otto Brenner Preis

Der Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus geht in diesem Jahr an Volker ter Haseborg und Lars-Marten Nagel vom Hamburger Abendblatt für ihre Recherchen über die Wohnungsgesellschaft Gagfah. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Den Spezial-Preis erhält Katja Thimm vom Spiegel für einen Beitrag über die Schwierigkeiten, die sie bei der Pflege ihres Vaters erlebte. Der Newcomerpreis geht an Jonathan Stock von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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Ter Haseborg und Nagel hatten nach Meinung der Otto Brenner Stiftung in mehreren Artikeln erklärt, "wie ein amerikanischer Hedgefonds aus ehemals staatlichem Immobilienbesitz größtmögliche Profite herausschlägt – auf Kosten der Bewohner." Die Autoren sollen dabei den verschlungenen Weg der Millionengewinne nachgezeichnet haben, die aus der Misere vor Ort geschöpft wurden. "Sie kritisieren die Hilflosigkeit der Politiker, spüren dem Insiderhandel der Konzernmanager nach und geben Hinweise, wie sich Mieter gegen den Raubbau wehren können". Für die Jury ist die Artikelserie ist "ein Vorbild für engagierten Journalismus, der aufklären und bewegen will".

Am 19. April machte Hamburger Abendblatt mit der Gagfah-Story auf

Der zweite Platz und der Spezial-Preis gehen an den Spiegel. Für ihre Recherchen zur Affäre der HSH Nordbank bekommen Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Jörg Schmitt die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung. Die Jury zeigte sich begeistert von der "größten Hartnäckigkeit", mit der die Reporter dem Fall "nachgespürt" haben. Die Artikelserie über die ungeheuerlichen Vorgänge bei der HSH Nordbank seien "bester Recherche-Journalismus, wie er dringend gebraucht wird".

Den Spezial Preis (10.000 Euro) erhält Katja Thimm für ihr Stück "Vaters Zeit". In dem Artikel erzählt sie von der schwierigen Pflege ihres Vaters. Für die Jury ist der Text "ein wunderbares Beispiel für die Poetik des Journalismus".

Der Newcomerpreis (2.000 Euro) geht an Jonathan Stock für sein Stück "Peters Traum" in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Darin gelang es dem Journalisten, den misstrauischen Dschihadisten "Peter" zu Gesprächen zu überreden. Die Jury lobt die "erstklassige Dolmetscherleistung", die dem 28-Jährigen gelungen ist. "Erst recht die inhaltliche und stilistische Formvollendung."

Zudem wird noch Ursel Sieber (3.000 Euro) für sein Buch "Gesunder Zweifel" ausgezeichnet. Der Medienprojektpreis (2.000 Euro) geht in diesem Jahr an Sebastian Pantel für seine Artikelserie über "Jugend und Kriminalität", die im Südkurier erschienen ist.

In der Jury waren Sonia Seymour Mikich (Monitor, WDR), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Volker Lilienthal (Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Qualitätsjournalismus, Uni Hamburg), Thomas Leif (SWR-Chefreporter) und Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung). Die Preisverleihung findet am 22. November in Berlin statt.

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