Halfen Virenanalysten beim Bundestrojaner?

Wie die Computerbild vorab unter Berufung auf Insider-Informationen berichtet, sind offenbar Antiviren-Software-Hersteller in die Affäre um den "Bundestrojaner" verwickelt. Ein bekannter Virenschutz-Hersteller hat beim Ausspähen eines Nutzers geholfen, gab ein Mitarbeiter des Unternehmens gegenüber dem Magazin zu. So hätte man die eigenen Software modifiziert, um dem User wirksam den "Bundestrojaner" auf dem Computer zu installieren und seine Kommunikation zu überwachen.

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"Eine Strafverfolgungsbehörde hat sich an uns gewendet und unsere Mitarbeit angefragt. Ein User wurde anhand eines gezielten Angriffs ausgespäht", heißt es in der vertraulichen Nachricht des hochrangigen Mitarbeiters, wie die Computerbild vorab berichtet.

Dem Hersteller wurde eine Kopie des Bundestrojaners überlassen. Das entsprechende Virenschutz-Unternehmen hat nach Aussage des Insiders den Trojaner so angepasst, dass die eigene Schutz-Software den Verdächtigen nicht warnte.
"Wir haben in diesem Fall kooperiert, aber nur unter der Bedingung, dass diese Malware nur für diesen einzigen Fall eingesetzt wird. Sobald dieser Fall abgeschlossen war, haben wir die Signatur hinzugefügt", beteuert der Informant gegenüber der Computerbild. Problematisch ist dabei, dass der modifizierte Trojaner zumindest im Ermittlungszeitraum eine Gefahr für die Nutzer der Antiviren-Software war.
Noch ist unklar, ob auch weitere Virenanalysten in die Bundestrojaner-Affäre verwickelt sind. 

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