VZ-Relaunch soll Mitgliederschwund stoppen

Ohne die fast schon traditionelle Häme, mit denen viele Berichte über die VZ-Netzwerke ansonsten gerne garniert werden, lässt sich festhalten: Wenn die Berliner am Mittwoch auf ihr neues Design und ihre neue technische Basis umschalten, ist das möglicherweise die letzte Chance für die Holtzbrinck-Tochter, den eigenen Niedergang zu stoppen. Allerdings hätte sich das Team um CEO Clemens Riedl kaum einen besseren Zeitpunkt aussuchen können. Zudem soll die Web-Company seit Monaten in der Gewinnzone arbeiten.

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Ohne die fast schon traditionelle Häme, mit denen viele Berichte über die VZ-Netzwerke ansonsten gerne garniert werden, lässt sich festhalten: Wenn die Berliner am morgigen Mittwoch auf ihr neues Design und ihre neue technische Basis umschalten, ist das möglicherweise die letzte Chance für die Holtzbrinck-Tochter, den eigenen Niedergang zu stoppen. Allerdings hätte sich das Team um CEO Clemens Riedl kaum einen besseren Zeitpunkt aussuchen können. Zudem soll die Web-Company seit Monaten in der Gewinnzone arbeiten.

Aus MeinVZ wird FreundeVZ

Selbst die ausgebufftesten PR-Profis hätten sich keinen besseren Zeitpunkt für den VZ-Neustart aussuchen können. Aktuell hat der große US-Rivale Facebook sowohl in den USA wie auch hierzulande mit viel schlechter Presse zu kämpfen. Beste Voraussetzungen also für die VZ-Netzwerke, sich als Alternative zu präsentieren, die sich definitiv an die deutschen Datenschutzregeln halten muss.

Allerdings kann das Datenschutzthema nicht den Nutzerschwund stoppen. Das wissen auch die Berliner und setzen deshalb auf ganz praktische technische und konzeptionelle Argumente.

Wie bereits einige andere Web 2.0-Dinos setzen auch die Berliner eher auf Evolution statt Revolution bei ihren Neuerungen. Auf den ersten Blick wird sich die überarbeitete Plattform gar nicht so stark von der neuen unterscheiden. MeinVZ wird in FreundeVZ umbenannt, und SchülerVZ bekommt mit Petrol eine neue Grundfarbe.

Zudem sollen die drei VZ-Netzwerke wieder stärker ihr Profil schärfen und sich von den Partner-Portalen und der Konkurrenz abgrenzen. So wird SchülerVZ die Kommunikation mit Mitschülern und Freunden in den Mittelpunkt stellen. Bei StudiVZ wird sich alles um das Kennenlernen von Kommilitonen an der Uni bzw. innerhalb der Studienrichtung drehen, und über FreundeVZ sollen junge Erwachsene vor allem ihre Freizeitgestaltung organisieren.

Die wichtigsten Änderungen finden jedoch in technischer Hinsicht statt. Denn die Web-Company arbeitet jetzt mit dem Google Web Toolkit. Damit können die Entwickler viel schneller und beweglicher auf den neuesten Trend reagieren. Die Folge soll ein stetiger Fluss schneller und variabler Verbesserungen sein, die in enger Zusammenarbeit den Mitgliedern fix umgesetzt werden. Nach Informationen von Netzwertig.com haben rund 70 Entwickler und Produktmanager ein Jahr an dem Relaunch gearbeitet. Eine riesige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die Berliner über 700 Server im Einsatz haben, die rund 200 Terabyte an Daten und eine Milliarde Fotos organisieren und speichern.

Noch immer müssen die Servier mit der Masse von über 129 Millionen Vistis pro Monat (Stand August 2011) zu recht kommen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies allerdings ein Minus von 68 Prozent.  

Die Traffic-Entwicklung der VZ-Netzwerke

Dass die Zahl der aktiven Nutzer oder der Visits kein echter Indikator für das Geschäftsmodell einer Web-Company sind, zeigt auch die Geschichte der VZ-Netzwerke. Nach vielen verlustreichen Jahren scheint endlich der Turnover geschafft. Laut Golem.de setzten die VZ-Netzwerke im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro um. Im ersten Halbjahr 2011 hat der Umsatz noch mal um 30 bis 40 Prozent zugelegt. Die Folge: Nach dem Ebitda arbeiten die Berliner in der Gewinnzone.

In der nächsten Zeit werden die Nutzer die neuen und die alten Netzwerke parallel nutzen können. Mit einem Mausklick sollen sie einfach zwischen den Plattform-Oberflächen wechseln können.

Diese Änderungen alleine werden kaum den Traffic-Schwund stoppen können. Die neue technische Basis und das überarbeitete, schärfere Profil der drei Plattformen haben das Potential zu einem Nischenhit. Über Erfolg und Misserfolg wird nicht die nächste Woche und auch nicht der nächste Monate entscheiden. Bis Weihnachten wird sich jedoch sicherlich eine klare Tendenz erkennen lassen: zum Guten oder Schlechten hin.

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