Ringier stellt iPad-Magazin The Collection ein

Mit großem Aufhebens gestartet, doch nach zwei Ausgaben ist schon wieder Schluss: Das Schweizer Medienunternehmen Ringier stellt sein monatlich erscheinendes iPad-Magazin The Collection ein. Als Hauptgrund nennt Thomas Trüb, bisher CEO von The Collection, gegenüber Medienwoche.ch den schlechten Absatz. „Der Aufwand für ein Marketing, das die Verkaufszahlen angekurbelt hätte, wäre zu groß gewesen“, sagte er. Deshalb ändert Ringier nun sein digitales Geschäftsmodell.

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Anstatt auf Nutzerfinanzierung – bisher kostete jede Ausgabe 3,99 Euro – setzt Ringier künftig auf Sponsoring bei seinen eigenständigen publizistischen Apps. Nur bei den Anwendungen von bestehenden Zeitungen und Zeitschriften muss der Leser weiterhin bezahlen, berichtet Medienwoche.ch.
Für The Collection kommt das Aus äußerst überraschend, denn die dritte Ausgabe ist bereits fertig produziert und könnte jederzeit veröffentlicht werden. Das Thema ist die Champions League. „Wir haben uns noch nicht entschieden, ob wir diese App unter der Dachmarke von The Collection herausbringen“, sagte der CEO der Tochterfirma Ringier Studios USA, Douglas Kaplan, zu Medienwoche.ch. Er ist der neue Leiter des Unterfangens, das künftig ohne seinen Chefredakteur Peter Hossli auskommen und nur noch mit Projektteams arbeiten soll. Ex-CEO Trüb fügte hinzu, der Entschluss hänge letztendlich von den Partnern ab, mit denen Ringier noch über die Finanzierung verhandle.
Das iPad-Magazin hatte Ringier im April unter großem Tamtam gestartet. Es sollte ein hochwertiges Produkt sein, für das Leser bereit wären, Geld auszugeben. „The Collection ist intelligenter Multimedia-Inhalt für smarte Leute mit einem Sinn für Humor, die auf bequeme Weise überall und jederzeit auf eine anspruchsvoll gemachte, aber mit Spaß zu konsumierende Informations-App zugreifen wollen“, bewarb Trüb das Programm damals.
Mit Blick auf die kurze Lebensdauer heißt es jetzt bei Ringier, man habe „ ganz klar gelernt, dass der Endverbraucher nicht mehr bereit ist, für Content zu bezahlen“. Diese Erfahrung soll jetzt helfen, eine erfolgreichere Digitalstrategie zu entwickeln.

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