„Können noch bessere Sendungen machen“

Günther Jauch lieferte die Manöverkritik zu seiner ersten Sendung gleich mit. Auf der Premierenfeier sagte er zu den Gästen: "Ich kann Ihnen versprechen, dass wir noch bessere Sendungen machen können, dass wir aber auch noch deutlich schlechtere machen werden." Die NDR-Riege, die sich zur Premiere in Berlin eingefunden hatte, zeigte sich mit dem Einstand ihres neuen Talk-Stars sehr zufrieden. "Ein absolut gelungener Auftakt", sagte NDR-Programmdirektor Frank Beckmann.

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Jauch dankte seinen Mitarbeitern und sagte, es sei eine Sendung gewesen, bei der er direkt im Anschluss nicht sagen könne, wie er sie finde. Trotzdem nahm er weitsichtig mögliche Kritiken an der ersten Ausgabe seines Sonntagabendtalks gleich vorweg: Der 11. September als Thema sei das richtige gewesen. "Auch, wenn es nicht dazu herausgefordert hat, dass sich die Diskutanten in die Haare geraten." Bei einem "zutiefst politischen Thema" sei es schön gewesen, wie auch die menschliche Diskussion eine Rolle gespielt habe.

Frank Beckmann vom NDR, dem für die Sendung verantwortlichen ARD-Sender, lobte vor allem den Einstieg in die Sendung mit Marcy Borders, die den Anschlag auf die Twin Towers vor zehn Jahren überlebte. Ebenso habe Jauchs Produktionsfirma i&u es geschafft, neue Elemente in die Talksendung zu bringen, beispielsweise das Format "60 Sekunden", in dem innerhalb einer Minute den Zuschauern ein Thema kompakt nähergebracht werden soll.

NDR-Intendant Lutz Marmor sprach in einer ersten Kurzkritik von einer "gut gebauten" Sendung mit Struktur und guten Gästen. Die Mehrzahl von Jauchs Gesprächspartnern fand sich im Anschluss an die Übertragung noch bei der Premierenfeier ein. Lobende Worte fand beispielsweise der ehemalige Politiker und Burda-Vorstand Jürgen Todenhöfer, der den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr seit Jahren kritisiert. Auch wenn die Diskussion unter den Gästen sehr freundlich verlaufen sei, wären die unterschiedlichen Positionen deutlich geworden.

Todenhöfers Gegenpart in der Sendung, Springer-Chef Mathias Döpfner, ließ sich bei der Feier nicht mehr blicken. Es blieb dem Rest der Gäste überlassen, über die sehr magazinige Aufmachung des Talks zu sinnieren. Oder über den Tweet, den Miriam Meckel, die Lebensgefährtin von Jauchs Kollegin Anne Will, während der Sendung absetzte: "Da freuen wir uns doch ab sofort darüber, dass es stern tv jetzt auch in der ARD gibt." 

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