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„Es ist ein wunderbar aufgemachtes Heft“

Von wegen Kritiker sind alle Neider: Bei den Besprechungen der ersten deutschen Wired-Ausgabe überwiegen das Lob und die Freude über ein neues Print-Produkt. "Ausgabe eins ist opulent, unterhaltsam, abwechslungsreich - aber auch ein bisschen angestrengt", stellt stellvertretend für die meisten Rezensenten Christian Stöcker von Spiegel Online fest. Es gibt aber auch Kritikpunkte: Werbung und Inhalt ließen sich kaum unterscheiden und es würden die großen Debattenthemen fehlen.

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Christian Stöcker, Spiegel Online
"Es ist Wired und auch Deutschland zu wünschen, dass sich das Heft verkauft, und wer es liest, wird sich gut unterhalten fühlen. Es mangelt hierzulande massiv an genau jener zukunftsbejahenden, technikfreundlichen Berichterstattung, am spielerischen Umgang mit den Möglichkeiten der digitalen Gegenwart, für die Wired seit den frühen Neunzigern steht. Und ein so hübsches Heft aus so schönem Papier macht sich auf jedem Großstadt-Couchtisch gut."

Dominik Schrottner, taz
"Das neue Magazin ist aber auch wieder einmal ein Beleg dafür, dass es in Deutschland offenbar zu jeder Zeit rund ein Dutzend sehr guter und frei verfügbarer Journalisten gibt, die ein Heft in zehn Wochen entwickeln – gemeinsam mit erstklassigen Art Directors wie Marcus Rindermann. Ihm und seinem Team wird das Verdienst zukommen, dass die iPad-App zum Heft selbst Papierfetischisten mehr als Respekt, nämlich: Zweifel abnötigen wird. Zweifel an Print."

Bernd Graff, Süddeutsche Zeitung
"Es ist ein wunderbar aufgemachtes Heft. Wirklich, das Layout der ersten deutschen Wired, die am heutigen Donnerstag der GQ beiliegt, sticht ins Auge. Übersichtlich wie attraktiv zugleich, betont groß aufgemachte Fotos an den richtigen Stellen, eine Bildstrecke zu Atomausstieg, Illustrationen, etwa zum Laufweg einer Kellnerin auf der Münchner Wiesn, sind hervorragend." Weiter heißt es: "Blattmacherisch ist allerdings einiges zu verbessern. Wahrscheinlich ist es der insgesamt wahnwitzig kurzen Konzeptions- wie Produktions-Phase geschuldet."

Marin Majica, Berliner Zeitung
Wired hat auch auf Deutsch einen ganz eigenen Tonfall, Humor und eine spezielle Bildsprache. Das Magazin will kein Ableger des US-Originals sein, sondern beschäftigt sich ausdrücklich mit seiner Heimat. Das springt den Leser gleich in der kleinteiligen Rubrik "Start" an, wo eine twitternde Eiche oder ein Berliner Professor vorgestellt werden, der perfekten Gin destillieren will.
###YOUTUBEVIDEO###
Unboxing Wired: wunderbar ironisches Video von Mathias Richel

Don Alphonso, FAZ.net (Deus ex Machina)
"Für Conde Nast ist Wired nach dem schmerzlichen Debakel von Vanity Fair vor allem ein weiterer Versuch, eigene Erfolgsprodukte den deutschen Verhältnissen anzupassen." Und weiter bloggt er: "Wer sich für „Drogen shoppen im Web" interessiert, kann sich vielleicht auch für den Kauf dieses Printprodukts erwärmen. Aber ob das reicht, eine Zielgruppe zu binden, die man mit einer Mischung aus Gejammer über Benachteiligung und Hybris der Selbstbeurteilung definiert hat, muss sich erst noch zeigen. Vielleicht versucht man es bei Wired No. 2 einfach mal mit mehr guten Texten zu ansprechenden Themen – diese Anlagen sind durchaus vorhanden."

Olaf Kolbrück, off-the-record.de
Solide ja. Höhepunkt ja. Insgesamt aber mehr Johan Lafer als Juan Amador. Es fehlt ein wenig am élément craquant, an einer deutlich profilierten These an der sich Debatten entzünden könnten. Thomas Knüwer hofft auf Erregung über die deutschen Geeks. Doch warum? Dazu sind die Geschichten und ihre Protagonisten mit ihren Visionen viel zu sehr im Hier und Jetzt und auf die Machbarkeit der Zukunft ausgerichtet. Vielleicht ist dies das typisch deutsche – die fast schon pragmatische Bürgerlichkeit der Freaks.

Felix Schwenzel, Wirres.net
"Die verschnörkelte Heftgestaltung ist gleichzeitig irre trend-fixiert. das führt bedauerlicherweise dazu, dass zum Beispiel die aktuelle Lenovo-Kampagne die gleiche visuelle Sprache spricht, wie viele redaktionelle Seiten. durch das ganze Heft hinweg sind Werbung und Inhalt kaum voneinander zu unterscheiden."
Ole Reißmann
"Das Papier super, die Bilder zu dunkel, die Inhalte ganz okay, Glückwunsch an die Redaktion — und doch muss ich noch etwas zur deutschen Wired loswerden. Gleich mehrfach sehen Werbeanzeigen so aus wie der eigentliche Inhalt des Hefts. Muss das so jetzt so sein?"

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