James Murdoch droht zweites Verhör

Der parlamentarische Medienausschuss des britischen Unterhauses hat keine Zeit verloren, sich nach der Sommerpause mit neuer Kraft dem Abhör-Skandal zu widmen. Am Dienstag mussten der ehemalige Rechtsbeistand der News of the World, Tom Crone, sowie der letzte Chefredakteur des im Juli eingestellten Boulevardblatts, Colin Myler, vor die Abgeordneten treten. Beide Aussagen stehen im klaren Konflikt mit der von James Murdoch. Damit wird Ruperts Sohn aller Wahrscheinlichkeit nach im Oktober noch einmal vorgeladen.

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Der parlamentarische Medienausschuss des britischen Unterhauses hat keine Zeit verloren, sich nach der Sommerpause mit neuer Kraft dem Abhör-Skandal zu widmen. Am Dienstag mussten der ehemalige Rechtsbeistand der News of the World, Tom Crone, sowie der letzte Chefredakteur des im Juli eingestellten Boulevardblatts, Colin Myler, vor die Abgeordneten treten. Beide Aussagen stehen im klaren Konflikt mit der von James Murdoch. Damit wird Ruperts Sohn aller Wahrscheinlichkeit nach im Oktober noch einmal vorgeladen.
Die Situation spitzt sich zu: Hat James Murdoch von der E-Mail gewusst, die darauf hindeutete, dass nicht nur der "Einzeltäter" Clive Goodman illegal Mailbox-Nachrichten abgehört hat? Sein ehemaliger Rechtsbeistand sowie Chefredakteur des eingestampften Skandalblatts News of the World sagen, er hat davon gewusst. James dementierte jegliches Wissen von dieser Email, als er im Juli vor dem Ausschuss aussagte.
Die Email seitens des Privatdetektivs Glen Mulcaire und einem jungem NotW-Journalisten unter der Betreffzeile "For Neville" richtete sich an Neville Thurlbeck, den NotW-Chefreporter, und enthielt klare Indizien für weitere Abhör-Aktionen. Crone und Myler erklärten, diese E-Mail war eine "ernsthafte Entwicklung", denn sie bewies, dass illegales Abhören von mehr als nur einem einzelnen Reporter in Auftrag gegeben wurde. In ihrem Meeting mit James 2008, in dem die außergerichtliche Kompensationszahlung an das Abhör-Opfer James Taylor besprochen wurde, hatten sie die Situation klar beschrieben, um James’ Erlaubnis für die Abfindungszahlung zu bekommen.
Laut James stimmte er der astronomischen Abfindungszahlung von 700.000 Pfund zu, weil das Handy von Taylor angezapft wurde, nicht aber, weil er von weiteren Abhör-Fällen wusste. Crone und Myler haben bei dem gestrigen Auftritt ihren eigenen Aussagen vor dem gleichen Komitee in 2009 widersprochen, als sie sich an die offizielle News International-Linie hielten und artig von dem ‚Einzeltäter’ Goodman sprachen. Nach den revidierten Aussagen von gestern wird James aller Wahrscheinlichkeit noch einmal vor den Ausschuss treten müssen, um den Fall zu klären. Erst vor wenigen Tagen verzichtete der 38-jährige News International-Chef auf seinen Bonus von 3,7 Millionen Pfund in Anbetracht des Skandals. Vielleicht wird der aber bald mit einer Abfindung ersetzt – Medienbeobachter wittern bereits das Ende von James Murdoch bei News Corp.

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