Print-Chefredakteur Hilder soll MDR führen

Der Beschluss zog sich lange hin: Der Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, Bernd Hilder, soll der neue MDR-Intendant werden. Erst in der vierten Abstimmungsrunde entschied sich der Verwaltungsrat für den 52-Jährigen und gegen MDR-Justitiarin Karola Wille sowie den stellvertretenden WDR-Fernsehdirektor Helfried Spitra. Damit würde Hilder die Nachfolge von Udo Reiter antreten, der sich vorzeitig aus seinem Amt verabschiedet. Der Rundfunkrat muss dem Vorschlag noch zustimmen.

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Hilders Aufgabe wird nicht einfach: Nach dem Kika-Skandal und der Affäre um den Ex-Unterhaltungschef Udo Foht steht der MDR unter Druck. Foht wurde zuerst vom Sender suspendiert, in der vergangenen Woche folgte die fristlose Kündigung. Schon vorher wurde bekannt, dass ein ehemaliger Mitarbeiter des Kinderkanals, an dem der MDR die Federführung hat, rund acht Millionen Euro veruntreute.
Hilder begann seine Karriere in den 1980er Jahren als freier Mitarbeiter und Politik-Redakteur beim Sender Freies Berlin. Daraufhin wurde er ARD-Hörfunk-Korrespondent in Washington sowie von 1990 bis 1995 für Lateinamerika mit Sitz in Mexiko-Stadt. In den Printjournalismus wechselte er ebenfalls 1995 und leitete fünf Jahre lang die Schaumburger Nachrichten. Von 2000 bis 2003 war er Chefredakteur des Göttinger Tageblattes, seit November 2003 ist Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung.
Der 52-Jährige soll auf Udo Reiter folgen. Dieser leitete den Sender rund 20 Jahre lang. Im Mai gab er bekannt, noch in diesem Jahr sein Amt niederlegen zu wollen – obwohl sein Vertrag bis 2015 läuft. Einen Zusammenhang mit dem Kika-Skandal, bei dem acht Millionen Euro veruntreut worden sind, schloss der 67-Jährige aus. Vielmehr sei er seit 45 Jahren an den Rollstuhl gefesselt, was "einige gesundheitliche Spuren hinterlassen" habe, schrieb er in seinem Rücktrittsgesuch. Zudem sei es nach 20 Jahren an der MDR-Spitze Zeit, "den Staffelstab an die nächste Generation weiter zu geben".
Die Intendantenwahl im Rundfunkrat steht nun am 26. September auf dessen Tagesordnung. Dort sind für eine erfolgreiche Wahl zum Intendanten mindestens zwei Drittel der Stimmen der anwesenden Mitglieder notwendig.

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