Sport-Websites haben besonders treue Leser

MEEDIA stellte am vergangenen Donnerstag bereits den Web Value Index (WVI) der Marktforscher GfK und SirValUse vor. Der Index gibt die Nutzungsintensität von deutschsprachigen Websites an. Bei den News-Websites rangierte im zweiten Quartal Bild.de ganz vorne. Die am intensivsten genutzten deutschen Websites laut den WVI-Machern sind aber kicker.de, superillu.de und onvista.de. Eine hohe Reichweite ist beim WVI nur ein Faktor unter mehreren.

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Das WVI-Ranking dürfte Kenner der IVW- und Agof-Tabellen verwirren. Denn der Index hat wenig mit den bekannten Tabellen und Rankings zu tun, die Reichweiten darstellen. Der WVI drückt die Nutzungsintensität in einer Kennziffer zwischen 1 und 100 aus. In die Berechnung der Marktforscher hinein fließen die Faktoren Nutzertreue (Retention), Nutzungshäufigkeit (Heavy User), Page Impressions, Verweildauer und Absprunghäufigkeit (Bounce rate).

Konkret bedeutet das: Eine hohe Reichweite ist kein Garant für einen hohen WVI-Wert. Zwar gibt es Korrelationen, doch auch kleine Webseiten können sich, eine treue und aktive Nutzerschaft vorausgesetzt, auf der Skala nach oben arbeiten.
 

Kein Wunder ist es, dass Sport-Webseiten im Ranking stark vertreten sind. Mit Kicker.de (66 Punkte), Transfermarkt.de (59), Fussball.de (57), Sport1.de (57), sportschau.de (52), sport.de (51) und spox.com (51) befinden sich gleich sieben Sites in den Top 25. Sportfans sind in der Regel sehr interessiert an Nachrichten ihrer Vereine und Stars, sie sind vermutlich auch aktiver im Netz unterwegs und kehren häufig auf ihre Lieblingsangebote zurück.

Überraschend ist, dass mit onvista.de nur ein reines Wirtschaftsangebot unter den Top 25 ist. Das spräche dafür, dass die Börsenjunkies sich vor allem über diese Seite informieren, und das mit hoher Intensität. Der ausgezeichnete Wert von superillu.de beweist, dass die Marke offenbar eine hohe Bindungskraft hat. Genauso, wie die gedruckte Zeitschrift in Deutschlands Osten eine Alleinstellung und treue Leser besitzt, scheint auch die Website zu wirken. Die Reichweite des Angebots ist allerdings vergleichsweise gering wie auch der Aufwand, der bei der Illu in den Betrieb der Seite gesteckt wird.

Auch andere publizistische Angebote können mit dem WVI punkten. In der Top 25 liegen beispielsweise die Seiten nordbayern.de (Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung) sowie express.de (Kölner Express). Regionale Angebote im Netz haben theoretisch eine gute Chance, ihre Nutzer eng an sich zu binden. Diesen beiden Angebote gelingt das offenbar besonders gut.    
 
Die zur Berechnung des WVI verwendeten Zahlen basieren auf den Ergebnissen des GfK Media Efficiency Panels (MEP). Das MEP zeichnet seit 2008 in mehr als 15.000 Haushalten von über 32.000 Personen „das komplette Surfverhalten Klick für Klick auf. Die Daten von knapp 20.000 Websites würden so erfasst. Hier geht´s zur WVI-Seite.

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