WWDC 2011: Steve Jobs ist das Highlight

Apple ist immer wieder für Überraschungen gut – nicht zuletzt in der Kommunikationsstrategie. Die eigene Produktmesse MacWorld Expo wurde 2010 verlassen, die krankheitsbedingte Auszeit von Steve Jobs im Januar einen Tag vor den Quartalszahlen bekannt gegeben. Nun kündigt der wertvollste Technologiekonzern der Welt untypischerweise bereits an, was nächste Woche auf der WWDC vorgestellt werden soll – nämlich das neue (mobile) Betriebssystem. Die eigentliche Nachricht jedoch ist, wer es vorstellt: Apple-CEO Steve Jobs.

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Apple ist immer wieder für Überraschungen gut – nicht zuletzt in der Kommunikationsstrategie. Die eigene Produktmesse MacWorld Expo wurde 2010 verlassen, die krankheitsbedingte Auszeit von Steve Jobs im Januar einen Tag vor den Quartalszahlen bekannt gegeben. Nun kündigt der wertvollste Technologiekonzern der Welt untypischerweise bereits an, was nächste Woche auf der WWDC vorgestellt werden soll – nämlich das neue (mobile) Betriebssystem. Die eigentliche Nachricht jedoch ist, wer es vorstellt: Apple-CEO Steve Jobs.

Es ist ein Musterbeispiel, wie Event-getriebene Unternehmenskommunikation eigentlich nicht funktionieren sollte – und es gerade deswegen funktioniert für Apple, das Unternehmen, das seit jeher seinen eigenen Gesetzen folgt. Versendet wurde gestern an Journalisten folgendes: "Apple enthüllt nächste Generation von Software während der Keynote am Montag, 6. Juni." Nämlich: "Lion, die achte große Version von Mac OS X; iOS 5, die nächste Version von Apples hochentwickeltem Betriebssystem für mobile Geräte, wie iPad, iPhone und iPod touch; und iCloud, Apples künftiges Angebot an Diensten auf Cloud-Computing-Basis."

Mit dieser lapidaren Pressemeldung, die normalerweise nach der Produkt-Veröffentlichung ausgesandt wird, hat Apple im Grunde den ganzen Spannungsbogen der kommenden Entwickler-Konferenz bereits vorweggenommen: Mac OX 10.7 war ebenso fest erwartet worden wie  iOS 5, und über einen CloudComputing-Dienst war ebenfalls bereits lange spekuliert worden. Warum also noch nächste Woche in San Francisco aufschlagen?

Apple-Aktie: "Jobs-Keynote könnte jetzt ein Katalysator sein"
Weil da noch der erste Satz der Pressemeldung war: "Steve Jobs, CEO von Apple und ein Team von Apple Executives werden die jährlich stattfindende Worldwide Developers Conference (WWDC) des Unternehmens mit einer Keynote am Montag, 6. Juni um 10.00 Uhr eröffnen." Der sich seit Januar offiziell in krankheitsbedingter Auszeit befindende Apple-Gründer kehrt also auf die große Bühne zurück (bei der iPad 2-Präsentation Ende Februar wurde daraus bis zuletzt ein Geheimnis gemacht). 

Allein diese Nachricht veranlasste Aktionäre zu einem der größten Kurssprünge des Jahres – um mehr als zehn Dollar zog die dieses Jahr bisher auffällig schwächelnde Aktie auf 347 Dollar an.  

"Die Keynote sollte diejenigen zumindest beruhigen, die sich ständig Sorgen um Jobs’ Gesundheit machen", erklärte Jon Friedman von Marketwatch das gestrige Plus. Wall Street-Veteran Jim Cramer geht gleich einen Schritt weiter: "Nur der Umstand, dass Jobs wieder da ist, könnte nun eine Rallye befeuern", erklärt Cramer, "das könnte jetzt ein Katalysator sein."

"Alles andere als sicher, dass  es kein iPhone 4S oder iPhone 5 geben wird"
Andere Medien sehen in der Keynote des visionären Apple-Gründers bereits die Rückkehr zur Normalität. "Steve Jobs wurde letzte Woche auch wieder in der Apple Cafeteria Caffe Macs gesichtet", klärt Ryan Tate, der Chefredakteur des Gossip-Portals Gawker, auf, "und zwar für jeden öffentlich sichtbar an einem Tisch draußen." Tate fragt sich, ob die Zeit der Rückkehr bei Apple damit gekommen sein könnte.
Unterdessen spekuliert der Alley Insider darüber, dass immer noch eine Rest-Chance auf die Ankündigung des neuen iPhones bestehe: "Es ist alles andere als sicher, dass wir nächste Woche kein iPhone 4S oder iPhone 5 sehen", glaubt das Technologie-Portal des früheren Goldman Sachs-Analysten Henry Blodget.

Warum? Tatsächlich erscheint die Kommunikationspraxis der totalen Produkt-Vorankündigung höchst ungewöhnlich – denn ein Apple-Event ohne "one more thing" ist eigentlich kaum vorstellbar. Es darf also noch fünf Tage spekuliert werden, was "diese eine Sache" nun sein könnte…  

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