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Facebooks Datenschutz-Antwort auf Google+

So schnell kann es gehen: Facebook, das mit 750 Millionen Nutzern bei weitem weltgrößte soziale Netzwerk, befindet sich plötzlich in der Nachzüglerrolle. Google+, der neue Shootingstar, legte eindrucksvoll den Finger in die Wunde: Man kann Inhalte durchaus einfacher und transparenter teilen als durch Facebooks endlose Privatsphäre-Einstellungen. Entsprechend hat der Platzhirsch nun mit einigen überfälligen Neuerungen nachgebessert. Angeblich war das Update aber keine Reaktion auf Google+, wurde gestern bei der Verkündung beteuert.

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So schnell kann es gehen: Facebook, das mit 750 Millionen Nutzern bei weitem weltgrößte soziale Netzwerk, befindet sich plötzlich in der Nachzüglerrolle. Google+, der Shootingstar des Sommers, hat eindrucksvoll den Finger in die Wunde gelegt: Man kann Inhalte durchaus einfacher und transparenter teilen als durch Facebooks endlose Privatsphäre-Einstellungen. Entsprechend hat der Platzhirsch nun mit einigen überfälligen Neuerungen nachgebessert. Angeblich war das Update aber keine Reaktion auf Google+, wurde gestern bei der Verkündung beteuert.

Es ist an der Zeit: Inhalte auf Facebook zu teilen, ist schon ein kleines Abenteuer. Mal einen Häkchen falsch gesetzt, und schon sehen die Kollegen ein Checkin, das sie vielleicht nicht sehen sollten. Oder die halbnackten Urlaubsbilder werden nicht nur mit den engsten Freunden geteilt, sondern mit allen Kontakten – so lauten zwei der vorherrschenden Vorurteile beim Inhalte-Teilen auf Facebook.

Natürlich: Es ist nicht so, dass die Privatspähre-Einstellungen auf Facebook unlogisch und eine Wissenschaft für sich wären – sie sind nur bis heute enorm umständlich und zum Teil ziemlich benutzerunfreundlich aufgeteilt und aufgeschlüsselt. Wie einfach das Netzwerk-Leben sein kann, macht Google seit Ende Juni vor: Freunde in Kreise unterteilen, und schon wird der Überblick der veröffentlichten Inhalte deutlicher – vielleicht auch, weil Nutzer genauer darüber nachdenken, mit wem sie was teilen wollen.

Kosmetische Korrekturen statt Generalüberholung

Nach all den Vorschusslorbeeren und dem schnellen Useransturm auf Google+  muss Facebook also etwas tun. Die Antwort kam gestern aus der Konzernzentrale in Palo Alto: An den Privatsphäre-Einstellungen wurde Feintuning vorgenommen.  Allerdings: Die große Generalüberholung ist es nicht geworden – eher kosmetische Korrekturen wurden vorgestellt. Nämlich diese:  

Nachträglichkeit

Man kann nur rätseln, warum Facebook solange mit diesem Feature gewartet – doch nun ist es endlich möglich, gepostete Inhalte wie ein Status-Update auch im Nachhinein einer veränderten Nutzerschaft zugänglich zu machen. Bisher galt: Einmal geposted, war der Nutzerkreis eingeschlossen. Die Freunde, die Inhalte sehen können oder nicht, können nun nachträglich korrigiert werden – so wie dies etwa schon bei Foto-Alben der Fall war.

Vereinfachte Darstellung

Alles soll transparenter werden: "Die wichtigste Änderung besteht darin, dass sich die Kontrollmechanismen jetzt inline, direkt neben den Beiträgen, Fotos und Markierungen, die sie beeinflussen, anstatt auf der "Einstellungen"-Seite befinden", verkündet Facebook gestern im eigenen Blog-Post. Langes Rumgeklicke durch Einstellungsunterseiten soll nun der Vergangenheit angehören, stattdessen wird mit einem Klick eine Profilabschnittsvorschau sichtbar.
 
Statt wie bisher auf das kleine Schloss-Symbol zu klicken, das vielen Facebook-Nutzer bis heute ein Rätsel geblieben sein dürfte, um einen Beitrag zu personalisieren, wird nun hinter dem Teilen-Button transparent angezeigt, wem der Post eigentlich zugänglich gemacht wird. Dass die Sichtbarkeitsfunktion "Alle" nun in "Öffentlich" umbenannt wurde – geschenkt.

Überall einchecken – auch auf dem Computer

Ein beliebtes Feature der jüngeren Facebook-Geschichte, das Shootingstar Foursquare ziemlich weh tut, ist die Standortbestimmung Places. Bisher wurde nur via Smartphone eingecheckt – logisch eigentlich, der PC steht ja eigentlich immer am selben Standort.

Im Zeitalter der Netbooks und vor allem iPads wird der Facebook-Nutzer indes immer mobiler – und so werden dann auch die Checkin-Möglichkeiten vielfältiger, die nun auch via Desktop-Anzeige von Facebook möglich werden sollen. Passende Erweiterung: Nutzer und weiterführende Informationen können auch nachträglich ergänzt werden, bislang musste dies mit dem Checkin erfolgen.

Mehr Transparenz bei Fremd-Vernetzung
 

Ein extrem beliebtes Feature bei Facebook ist die Markierung (Tagging) – das Netzwerk lebt schließlich von der Interaktivität seiner Mitglieder. Schnell kann man dabei jedoch Kontrolle über seine Selbstdarstellung verlieren: Wer die Markierungen oder Checkins bislang nicht deaktiviert, kann theoreotisch auf Facebook an Orten auftauchen, auf denen man sich gar nicht aufhält oder auf Fotos markiert werden, auf denen man gar nicht zu sehen ist.  Nun erscheint zuvor eine Abfrage, durch die man der Vernetzung zuvor zustimmt oder eine Übersichtsseite, mit der man direkt in Kontakt mit dem Nutzer treten kann, der das Foto hochgeladen oder den Checkin durchgeführt hat.     

So weit, so sinnvoll. Damit hat Facebook zwar effektiv auf den Newcomer Google+ reagiert, obwohl das in bekannter PR-Manier abgestritten wird – man habe bereits seit Monaten am Update gearbeitet, erklärt Facebook-Manager Richard Allen gestern. 

Es gibt aber durchaus weiter einiges zu tun: Etwa eine nachträgliche Bearbeitungsfunktion von Posts wie bei Google+. Bis heute wimmeln die schnell hingeschriebenen Beiträge auf Facebook nur so vor Vertippern und anderen Rechtschreibschwächen – eine Korrekturmöglichkeit gerade im Fanpage-Bereich  wäre eine ebenfalls längst fällige Weiterentwicklung des sozialen Netzwerks.

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