Studien entdecken Facebook-Müdigkeit

Die Anzeichen, dass Facebook möglicherweise seinen Zenit überschritten hat, verdichten sich: Wenige Tage nachdem die Marktforscher von Gartner eine gewisse Facebook-Müdigkeit bei den Early Adoptern feststellten, kommt eine neue Studie ihrer britischen Kollegen von Trendstream zu einen ähnlichen Ergebnis. Eine Langzeiterhebung des Unternehmens zeigt, dass viele Features von Facebook weniger als noch 2009 genutzt werden. Bei den US-Seitenbesuchen konnte das Network im Juli allerdings wieder zulegen.

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Wie die Studie von Trendstream zeigt, wurden im Juli dieses Jahres 14,8 Prozent weniger Nachrichten an Freunde verschickt als im Vergleichsmonat 2009. Weltweit lag das Minus bei 7,4 Prozent. Aber auch bei der Suche nach neuen Kontakten verzeichnet Facebook in den USA einen Rückgang von 12,7 Prozent, obwohl der gesamte Markt auf ein Minus von nur 4,5 Prozent kommt.
Die Facebook-User sollen darüber hinaus immer weniger die Gruppenfunktion nutzen. Laut der Studie lag der Rückgang im Juli dieses Jahres gegenüber 2009 bei 12,8 Prozent in den USA und 6,5 Prozent weltweit. Auch bei der Suche nach neuen Kontakten (minus 12,7 Prozent in den USA, 4,5 Prozent weltweit), der Installation von Apps (10,4 Prozent, 3,1 Prozent) sowie dem Instant Messaging (7,5 Prozent, 1,5 Prozent) muss Facebook nach Angaben der Marktforscher starke Abschläge hinnehmen.
Nur in einem Punkt stellten die Experten eine Steigerung der Aktivitäten fest. Das Hochladen von Videos legte in den Vereinigten Staaten nach ihren Angaben um fünf Prozent zu, auf der ganzen Welt lag das Plus bei 7,6 Prozent. Eine Facebook-Sprecherin erklärte laut der News-Seite mashable.com, dass es viele solcher Studien gäbe und die Ergebnisse oft falsch seien. Sie sagte außerdem, dass das Unternehmen mit dem Wachstum und dem Nutzerverhalten sehr zufrieden sei.
Dennoch unterstreicht die Studie die Ergebnisse anderer Erhebungen, wie dem US-Kundenzufriedenheitsranking ACSI. Dort landete Facebook erst vor wenigen Wochen auf dem letzten Platz in der Kategorie Social Media. Auch eine Studie des Marktforschungsinstitutes Gartner zeigte vor wenigen Tagen, dass besonders die 18- bis 29-Jährigen der Seite überdrüssig werden und bei ihnen wohl ein Sättigungseffekt eintritt.
Nimmt man nur die Besucher, ist Facebook dagegen wieder auf dem Vormarsch. So berichtete das US-amerikanische Marktforschungsinstitut Comscore vor wenigen Tagen, dass das größte soziale Netzwerk der Welt in den USA im Juli etwa 1,2 Millionen Menschen mehr als im Vormonat auf seine Webseite lockte. Gegenüber dem Monat Mai verzeichnete Facebook demnach sogar ein Plus von fast fünf Millionen Besuchern.

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