WAZ-Gesellschafter streiten sich um Holthoff-Nachfolge

Streit unter den WAZ-Gesellschaftern: Stephan Holthoff-Pförtner, Adoptivsohn und gleichzeitig Testamentvollstrecker der verstorbenen Gesellschafterin Gisela Holthoff, soll den Posten seiner Mutter übernehmen. Dagegen stellen sich nun aber andere Gesellschafter, wie das manager magazin in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet.

Anzeige

Gisela Holthoff bestimmte zusammen mit den Familien Schubries und Grotkamp lange das Vorgehen bei der FFG Funke Familiengesellschaft, die insgesamt 50 Prozent an der WAZ-Mediengruppe hält. Die andere Hälfte der WAZ-Anteile gehört der Familie Brost. An die Stelle der verstorbenen Holthoff soll nun ihr Adoptivsohn rücken.
Nun kommt allerdings nicht aus der Brost-Familie das Störfeuer, sondern aus den Reihen der FFG. Laut dem manager magazin wollen die Grotkamps notfalls gegen Holthoff-Pförtner klagen, sollte der die Rechtsnachfolge seiner Mutter antreten wollen. Der Grund für die Unstimmigkeiten: Holthoff-Pförtner hat gute Kontakte zu den Brosts und soll 2008 mehrere Verträge mit ihnen abgeschlossen haben. Darin wurde ihm ein Darlehen in Höhe von 85 Millionen Euro gewährt, dafür sicherte er den Brosts laut dem Wirtschaftsmagazin eine „umfangreiche Kooperation sowie eine Kaufoption auf die Hälfte der WAZ-Anteile der Holthoffs“ zu. Damit würden die Brosts die Mehrheit an dem Konzern erlangen.
Mit den Verträgen wollen die Grotkamps eine Klage aber offenbar nicht begründen. Vielmehr berufen sie sich auf eine Bestimmung innerhalb der FFG. Demnach können WAZ-Anteile nur an Mitgesellschafter verkauft oder an leibliche Kinder vererbt werden. Holthoff-Pförtner würde als Adoptivsohn aus dieser Regelung herausfallen. Dieser kann die Argumentation nicht verstehen und beruft sich auf die Gleichstellung von leiblichen und adoptierten Kindern.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige