Anzeige

Verkaufen! Rating-Riese rasiert Google-Aktie

Der Zukauf der Mobilfunk-Sparte von Motorola wird für Google immer mehr zum Debakel, bevor die Transaktion überhaupt über die Bühne gegangen ist. 12,5 Milliarden Dollar kostet den wertvollsten Internetkonzern der Welt die Übernahme – doch tatsächlich ist der Deal für Google längst weit teurer geworden, als es der eigentliche Kaufpreis aussagt. Weitere 17 Milliarden Dollar wurden nämlich seit der Bekanntgabe bereits an der Börse verbrannt, weil Wall Street-Experten und Rating-Agenturen den Daumen senken.

Anzeige

Der Zukauf der Mobilfunk-Sparte von Motorola wird für Google immer mehr zum Debakel, bevor die Transaktion überhaupt über die Bühne gegangen ist. 12,5 Milliarden Dollar kostet den wertvollsten Internetkonzern der Welt die Übernahme – doch tatsächlich ist der Deal für Google längst weit teurer geworden, als es der eigentliche Kaufpreis aussagt. Weitere 17 Milliarden Dollar wurden nämlich seit der Bekanntgabe bereits an der Börse verbrannt, weil Wall Street-Experten und die namhafteste Rating-Agentur den Daumen senken.   

Standard & Poor (S&P) hat es schon wieder getan: Nach dem inzwischen schon legendären Downgrade der Bonität der USA hat die Ratingagentur ein neues Ziel gefunden – niemand geringeren als den wertvollsten Internetkonzern der Welt nahmen sich die Finanzexperten vor.

Ihr Urteil über die Google-Aktie nach der überraschenden Übernahme der Mobilfunksparte von Motorola: Verkaufen! In einer Branche, die wie keine zweite auf Verklausulierungen bedacht ist, könnte die Ohrfeige damit schallender kaum ausfallen.

Und damit nicht genug: S&P stufte Google nicht nur gleich zwei Stufen (zuvor lautete die Empfehlung noch "kaufen") herab – das Kursziel wurde auch noch komplett rasiert. Lag die 12-Monatsempfehlung zuvor noch bei 700 Dollar, bewilligen die Finanzwächter nun nur noch ganze 500 Dollar – weniger als das aktuelle Kursniveau also!

Alley Insider: "Eine der dümmsten Übernahmen der Tech-Geschichte"

Eine solch happige Ohrfeige hat es lange nicht mehr an der Wall Street gegeben. Wie begründet S&P die Herabstufung? Google bezahle für Motorola einen Premiumpreis, von dem nicht klar sei, dass er wirklich die Android-Plattform schütze. S&P-Analyst Scott Kessler erklärte gegenüber CNBC, ob die Patente in der erhofften Form Verwendung finden würden, müsse erst abgewartet werden.

Viel mehr aber belaste die Integration von Motorola, die länger dauern dürfte als erwartet, das Unternehmen im Wachstum und den Margen. Auch andere Experten senken den Daumen: Der "Alley Insider" veröffentlichte gestern seine Top 10 der "dümmsten Übernahmen im Technologie-Sektor" und legte sich fest: "Wir glauben, dass Google-Motorola diese Liste einmal ergänzt."

Teurer Deal: Motorola-Übernahme kostet Google 17 Milliarden Börsenwert

Als wollten Anleger das Desaster bereits vorwegnehmen, wurde die Google-Aktie seit Bekanntgabe der Übernahme bereits den dritten Tag in Folge abverkauft. Seit Montagmorgen haben Google-Papiere bis Donnerstagnachmittag schon 55 Dollar oder elf Prozent an Wert verloren.

Oder anders ausgedrückt: Der Motorola-Zukauf kommt Google richtig teuer zu stehen. Neben dem Kaufpreis von 12,5 Milliarden Dollar kostet Google die Übernahme bereits mehr als 17 Milliarden Dollar an Wertverlust an der Technologiebörse Nasdaq. Ein teurer Deal ist damit noch viel teurer geworden.   

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige