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Der Markt der Online-Wirtschaftsmedien

Es ist die Medienmeldung, über die derzeit besonders hitzig diskutiert wird. Rupert Murdoch will mit seiner weltbekannten Marke Wall Street Journal in Deutschland angreifen. Doch wer sind eigentlich die Haupt-Konkurrenten des WSJ? Handelsblatt und FTD? Die Wirtschafts-Ressorts der großen Tageszeitungs-Websites? Oder die reinen Finanzportale? MEEDIA hat die aktuellen IVW-Zahlen analysiert und präsentiert eine Übersicht über den Markt der Online-Wirtschaftsmedien.

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Die Hauptkonkurrenten des deutschen Online-WSJ dürften aus dem eigenen Blickwinkel der Macher wohl in der Tat die größten Web-Ableger der traditionsreichen Print-Wirtschaftsmedien sein, also Handelsblatt, FTD, manager magazin und Wirtschaftswoche. Der Blick auf die aktuellen Juli-Zahlen der IVW zeigt hier: Das Handelsblatt führt derzeit knapp vor der FTD, dahinter folgt das manager magazin und mit deutlichem Abstand die WirtschaftsWoche. Nach redaktionellen Visits aus dem Inland führt die FTD knapp vor dem Handelsblatt.

Doch die Zahlen zeigen auch: Viel Bewegung ist in diesem Segment derzeit nicht mehr zu beobachten. Seit Ende 2008 haben die beiden Marktführer Handelsblatt und FTD keine Visits mehr hinzu gewinnen können. Der Handelsblatt-Alltime-Rekord von 11,7 Mio. Besuchen stammt beispielsweise aus dem März 2009. Das Wall Street Journal dürfte es also schwer haben, völlig neue Zielgruppen zu erreichen, es muss darauf spekulieren, in den seit Jahren nicht mehr wachsenden Nutzerschaften der Konkurrenz zu wildern.

Die vier Marken sind allerdings nur ein Teil der deutschen WSJ-Konkurrenz. Schließlich haben auch allgemeine Nachrichten-Websites Wirtschaftsressorts, hinzu kommen Finanzportale wie finanzen.net oder OnVista. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir die aktuellen IVW-Zahlen aus der redaktionellen Kategorie Wirtschaft/Finanzen zusammen getragen. Visits werden hier wegen technischer Hürden leider nicht gemessen, stattdessen Page Impressions. Zwar sind die Zahlen nicht perfekt miteinander zu vergleichen, da die Kategorieneinteilung oft nicht hundertprozentig logisch ist und sich auch zwischen Websites unterscheidet. Zudem werden klickträchtige Tools mit weniger klickträchtigen Texten in einen Topf geworfen. Dennoch bieten die Zahlen einen interessanten Anhaltspunkt, wer beim Thema Wirtschaft und Finanzen punktet.

Die Auswertung zeigt: Die eben genannten Online-Ableger der Print-Marken spielen hier nicht die größte Rolle. Stattdessen führen die Finanzportale finanzen.net und OnVista. finanzen.net kam im Juli auf 65,2 Mio. redaktionelle Page Impressions in der Kategorie Wirtschaft/Finanzen, OnVista folgt mit 64,0 Mio. Seitenzugriffen direkt dahinter. Hinter dem Konglomerat der T-Online-Websites folgt mit Ariva.de ein weiteres Portal für Börsen- und Finanzjunkies.

Die erste traditionelle Medienmarke in unserem Ranking ist n-tv.de auf Platz 5. Die 34,3 Mio. PIs dürften dabei in etwa zur Hälfte vom Ableger Telebörse.de stammen, der seit diesem Monat bei der IVW zu n-tv.de gezählt wird. Hinter dem manager magazin folgen dann die beiden Nachrichten-Giganten Spiegel Online und Bild.de, auch finanztreff.de, Focus Online, sueddeutsche.de und Welt Online landen noch vor Handelsblatt.com. Nur auf Platz 21 findet sich hier die FTD.

Die Fülle von Konkurrenten, die um das begrenzte Fachpublikum buhlt, dürfte es Murdochs WSJ nicht einfach machen, einen Platz in diesem Ranking zu ergattern. Nur mit einer tollen Website und spannenden Inhalten kann der Neuling eine Rolle spielen.

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