Amazon expandiert im Gebrauchthandel

Der Online-Händler Amazon startet am heutigen Dienstag die neue Funktion „Trade-In“. Kunden ermöglicht der Dienst, gebrauchte Bücher einzuschicken und im Gegenzug dafür Gutscheine zu erhalten, welche für alle der 25 Produktkategorien gültig sind. Damit greift Amazon in den Markt der Online-Ankäufer ein. Firmen wie reBuy und diverse Buchtausch-Communitys bieten diesen Service schon lange an. Doch mit seiner Reichweite und Bekanntheit dürfte der Münchener Web-Riese den Rückstand schnell aufholen.

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Um Trade-In zu nutzen, können sich Kunden auf der Amazon-Website über den Tauschwert des jeweiligen Buches informieren und anschließend ein Versandetikett ausdrucken, mit dem sie die Bücher kostenfrei einsenden. Nach Erhalt wird der Zustand der Bücher geprüft und dem Kunden anschließend der vereinbarte Wert gutgeschrieben. Voraussetzung dafür ist, dass ein Buch die Qualitätskriterien erfüllt – beispielsweise unbeschädigt ist, nur wenige Gebrauchsspuren aufweist und keine persönlichen Anmerkungen enthält.
Wird ein Buch bei der Prüfung aufgrund seines Zustands nicht als "gut erhalten" eingestuft, können Kunden sich entscheiden, ob die Bücher an sie zurügeschickt werden sollen oder ob Amazon die Bücher entsorgen soll. Der Eintausch-Preis für ein gebrauchtes Buch orientiert sich am Neupreis eines Buches sowie an der aktuellen Kundennachfrage.
"Mit Trade-In nimmt Amazon den Kunden ein echtes Stück Arbeit ab", erklärt Nicholas Denissen, Vice President Media bei Amazon. "Der Amazon Eintausch-Service bietet ein praktisches Komplett-Paket für alle, die ihre Regale von alten Schmökern befreien und dafür Geschenkgutscheine erhalten möchten."
In den USA können Kunden bereits seit 2009 Bücher, DVDs und Videospiele gegen Gutscheine eintauschen. Seit Mai dieses Jahres nimmt Amazon.com auch gebrauchte Elektronikartikel zurück.
Ärgerlich ist dieser Schritt für alle Drittanbieter, die den Amazon Marketplace nutzen. Dort stellen sie Artikel ein und beteiligen das Münchener Unternehmen per Provision an jedem verkauften Produkt. Mit Trade-In verstärkt Amazon den Konkurrenzkampf in dem Segment.
Ähnlich wie der Dienst Trade-In sieht auch das Geschäftsprinzip der deutschen Unternehmen Momox und reBuy aus. Beide nehmen gebrauchte Gegenstände wie Spiele, DVDs oder Bücher in Zahlung und bieten sie online zum Weiterverkauf an. Im Juli konnte reBuy sein Wachstum gegenüber dem Vormonat um 30 Prozent steigern. "Ausschlaggebend dafür ist nicht nur die größere Anzahl von verkauften Artikeln, sondern auch die Verdopplung der täglich eintreffenden Gebrauchtware", heißt es in einer Pressemitteilung. Im Vergleich zum Juni 2010 entspreche diese Entwicklung einer Verdreifachung des Umsatzes.

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