Gericht rüffelt E-Postbrief-Werbung

Laut einem Bericht des Spiegel hat das Landgericht Bonn die Werbeaussagen der Deutschen Post zu dem E-Postbrief gerüffelt. Die Werbeaussagen der Post, dass der elektronische Brief “genauso sicher und verbindlich” sei, treffen laut Gericht nicht zu. Bei Vorgängen, wie einer Wohnungskündigung, sei der E-Postbrief nicht ausreichend, da eine Unterschrift notwenig sei. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte gegen die Werbung der Post. Die Post sieht keine Veranlassung, die Kampagne zu stoppen.

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"Wir vertreten hier grundsätzlich eine andere Rechtsauffasung als das Landgericht Bonn und sind nicht der Meinung, dass eine irreführende Werbung vorliegt", sagte ein Post-Sprecher gegenüber MEEDIA. Da der Beschluss des Landgerichts noch nicht rectskräftig ist, werde man eine schriftliche Begründung abwarten und gegebenefalls in Berufung gehen. "Wir haben immer klar gemacht, dass der E-Postbrief das Gros der Kommunikationsformen abedeckt, aber eben nicht alle", so der Sprecher weiter. Die Werbe-Kampagne laufe darum auch in geplantem Umfang weiter.
Für die Deutsche Post ist der Gerichtsbeschluss ein Risiko. Die Post versucht den E-Postbrief mit Hilfe einer Millionen schweren Werbekampagne als sichere und bequeme Alternative zum althergebrachten Post-Brief und zur kostenlosen E-Mail zu etablieren. Während der Frauenfußball-WM in Deutschland schaltete die Post zahlreiche TV-Spots mit prominenten deutschen Spielerinnen, um den E-Postbrief zu promoten. Das Angebot wird auch mit Plakaten und in Anzeigen großflächig beworben. Ob die gesamte Werbe-Kampagne nun gestoppt werden muss ist noch unklar, da der Gerichtsbeschluss noch nicht rechtskräftig ist.

Um einen E-Postbrief zu nutzen, muss man sich bei der Post anmelden und an einem elektronischen Identifikationsverfahren teilnehmen. Dann kann man elektronische Briefe innerhalb des E-Post-Portals der Post versenden. Auf Wunsch druckt die Post den E-Postbrief auch aus und stellt ihn mit dem Postboten zu – falls der Empfänger noch keinen E-Post-Anschluss hat. Die Bundesregierung hat mit dem Projekt De-Mail eine ähnliche Initiative gestartet, an der sich u.a. die Telekom und United Internet (u.a. Web.de, GMX) beteiligen. Wegen technischer Probleme bei der Zertifizierung soll De-Mail aber voraussichtlich erst Ende 2011 starten können.

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