Mediatheken werden immer beliebter

Jedes Jahr legen ARD und ZDF eine gemeinsame Onlinestudie vor – diesmal mit folgendem Ergebnis: Immer mehr Menschen schauen sich Fernsehinhalte im Internet an. Waren es 2010 noch 65 Prozent, so sind es in diesem Jahr bereits 68 Prozent aller Onliner. Dabei schauen sich 29 Prozent TV-Sendungen zeitversetzt an. Der Anteil derer, die live im Netz fernsehen, liegt bei 21 Prozent. Nach Youtube gehören die Mediatheken von ARD und ZDF zu den meistgenutzten Bewegtbildangeboten im Netz.

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22 Prozent der Onliner nutzen die ZDF-Mediathek, davon 11 Prozent innerhalb von vier Wochen. Die Mediathek der ARD wird von 22 Prozent der Onliner aufgesucht, 10 Prozent davon haben dies in den vergangenen vier Wochen getan.
Der Studie zufolge sind 73,3 Prozent der deutschen Bevölkerung (2010: 69,4 Prozent) mittlerweile online. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Internetnutzer ab 14 Jahren von 49,0 Millionen auf 51,7 Millionen. Der Zuwachs von 2,7 Millionen neuen Onlinern kam nahezu ausschließlich aus den mittleren und älteren Alterssegmenten: Bei den 40- bis 59-Jährigen wuchs der Anteil von 18,5 Millionen auf 20 Millionen. In der Generation 60+ sind sogar 1,3 Millionen Onliner dazu gekommen, so dass nun insgesamt 7 Millionen Deutsche ab 60 Jahren im Netz sind.
"Das Netz schafft das Fernsehen nicht ab, sondern es wird zu einem wichtigen Ergänzungsmedium für die TV-Sender", sagt Markus Schächter, ZDF-Intendant und Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission zu den Ergebnissen. Denn das "klassische" Fernsehen gilt weiterhin als Hauptmedium: 97 Prozent des Fern­sehkonsums finden auch 2011 noch linear statt. Hinzu kommen 2 Prozent zeitversetzte und nur 1 Prozent Onlinenutzung.
Die Studie hat zudem auch die Nutzung sozialer Netzwerke untersucht. Bereits 43 Prozent der deutschen Internetnutzer haben ein eigenes Profil in einer Social Community angelegt (2010: 39 Prozent), wobei sich jeder Dritte von ihnen (31 Prozent) über Fernsehinhalte in seinem Netzwerk austauscht. Deutlich angestiegen ist auch die mobile Nutzung: Statt 13 Prozent (2010) gehen aktuell 20 Prozent der Onliner unterwegs ins Netz. 17 Prozent der deutschen Onliner nutzen Apps auf Smartphones oder Tablet-PCs. Besonders beliebt sind dabei neben Kommunikations-Apps und Apps zu Service- und Verkehrsthemen die im Netz bereitgestellten Apps der Fernseh-, Radio- und Printanbieter.
Für die Onlinestudie wurden 1.800 Deutsche im Zeitraum März bis April 2011 befragt. ARD und ZDF führen die Untersuchung seit 1997 jährlich durch. Seitdem hat sich die Zahl der Onliner in Deutschland verzehnfacht.

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