Quelle-Comeback als Media-Saturn-Rivale

Wiederauferstehung einer Traditionsmarke: Seit 13.00 Uhr ist Quelle zurück. Die Otto Group bringt den insolventen Versandhändler wieder ins Geschäft. Diesmal als Online-Marktplatz, der die Angebote verschiedener Web-Läden bündelt und sich so den gesamten Vertrieb spart. Nach der Pleite des Versenders umfasst das neue Quelle-Team nur noch rund 30 Mitarbeiter. Im Mittelpunkt des Angebots stehen jetzt Elektronikgeräte. Damit versteht sich der Neuling offenbar als frischer Media-Saturn-Rivale.

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Media Markt und Saturn planen schon seit Monaten öffentlich eine Online-Offensive. Doch da ist Otto dem Essener Konzern nun zuvorgekommen. Das Unternehmen kaufte die Marke Quelle für rund 65 Millionen Euro, darin war unter anderem auch die alte Quelle-Marke Privileg enthalten. Einen wesentlichen Anteil am neuen Angebot bilden Elektronikartikel wie Notebooks, Fernseher und Küchengeräte. Den zweiten Pfeiler machen Wohn- und Gartenprodukte aus. Zum Auftakt stehen 250.000 Artikel zur Auswahl.
Mit dem neuen Konzept erspart sich Quelle den Versand der Produkte, große Lagerhallen und weitere Kostenpunkte, die vor rund zwei Jahren zur Pleite geführt hatten. Das Unternehmen tritt nur als Marktplatz für andere Anbieter auf, die ihr Sortiment auf Quelle.de feilbieten können. Dafür kassiert die Firma bis zu 15 Prozent Provision bei jeder abgewickelten Transaktion.
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ergäben sich für externe Anbieter mehr Nach- als Vorteile. Andererseits stand die Marke Quelle bei den Konsumenten lange für Vertrauen und Zuverlässigkeit. Auf diese Weise können die Hersteller also bestenfalls neue Kundengruppen erschließen, an die sie sonst nicht herangekommen wären.
Dazu wirkt das Einkaufsportal mit seinen hellen Farben schlank, übersichtlich und einladend. Anstatt möglichst viele Produkte auf der Startseite zu platzieren, werden nur einige wenige Artikel unter der Schlagzeile "Beliebteste Produkte auf Quelle.de" in den Mittelpunkt gerückt. Zudem gibt es einen Themenschwerpunkt, den die Firma mit einem großen Banner präsentiert. In der rechten Spalte findet sich eine Art Feed, der zeigt, was Kunden aktuell gerade in ihre Warenkörbe legen. Bei der Programmierung hat sich das neue Team offenbar das Motto "Weniger ist mehr" zu Herzen genommen – und gut umgesetzt.

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