Wie Twitter und Co. die Krawalle befeuern

Häuser brennen, Geschäfte werden geplündert: In London kommt es zu heftigen Krawallen. Zur Organisation nutzen die Randalierer Facebook und Twitter. Eine Schlüsselrolle nimmt auch der Blackberry Messenger ein. Darüber verabreden sie sich zu spontanen Protest-Treffen. Die Polizei kündigte an, jeden festzunehmen, der via Social Media zu Straftaten aufruft. Sie sieht sich jedoch mit einer neuen Herausforderung konfrontiert: Der Blackberry Messenger ist schwieriger zu überwachen als eine öffentliche Gruppe in einem sozialen Netzwerk.

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Das Blackberry ist laut einer Studie das beliebteste Handy der britischen Jugendlichen. Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) hat solch ein Gerät. Besonders gern genutzt wird die Blackberry Messenger-Funktion (BBM). Sie erlaubt den Smartphone-Besitzern – ähnlich wie die iPhone- und Android-App What’sApp – die One-to-many-Kommunikation. Anders als SMS können BBM-Nachrichten also an eine große Gruppe von Empfängern gesendet werden.
In einer am Sonntag gesendeten BBM-Nachricht, die dem Guardian zugespielt wurde, ruft der Absender dazu auf, Geschäfte in der Oxford Street zu demolieren. "Leute aus ganz London, trefft euch im Herzen Londons, am OXFORD CIRCUS!! Läden werden kaputtgeschlagen, also kommt vorbei und holt euch kostenlos neue Sachen!!! Wenn ihr einen Polizisten seht… SCHIEßT!"

Londons ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin, Jenny Jones, kritisierte gegenüber dem Guardian, dass die Polizei unterbesetzt sei und deshalb die Nachrichten nicht auffinden konnte. "Hätte sie mehr Möglichkeiten, wäre sie vielleicht früher auf diese Texte gestoßen", sagte sie.
Offenbar will Blackberry-Hersteller Research in Motion die Polizei bei ihren Ermittlungen unterstützen. Ein RIM-Sprecher sagte zum Guardian, man werde in vollem Umfang kooperieren. Doch sollten britische Behörden die Herausgabe von Nutzerdaten fordern, könnte der Konzern auch widersprechen. Zudem wird die Verschlüsselungstechnologie von RIM-Diensten als sehr sicher angesehen und das Unternehmen betonte mehrfach, nicht einmal selbst Zugriff auf Emails oder andere Nachrichten seiner Nutzer zu haben.
Laut Scotland Yard-Kommissar Steve Kavanagh überwacht die Polizei den BBM bereits genau so wie Facebook und Twitter. Viele der Kommentare in den Kurznachrichtendiensten seien "aufrührerisch" und er warnte in der Sun davor, zu Straftaten aufzurufen. "Wir werden jeden stellen, der andere zu Krawallen auffordert", sagte er.

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