Die SEO-Stars der Nachrichtenbranche

Obwohl Verlinkungen und Empfehlungen in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Google+ immer wichtiger werden, sammeln die großen News-Websites einen Großteil ihres Publikums immer noch bei Suchmaschinen ein. Das Thema SEO ist daher weiterhin präsent, mit viel Geld und technischen Tricks versucht man, in den Suchergebnissen besser platziert zu sein als die Konkurrenz. Eine MEEDIA-Analyse zeigt, wem das derzeit am besten gelingt: Welt.de, stern.de und Focus.de.

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Für unsere Analyse greifen wir auf Daten des SEO-Dienstleisters Sistrix zurück, dem wohl angesehensten deutschen Anbieter von Zahlen und Daten rund um das Thema Suchmaschinenoptimierung. Schauen wir zunächst auf den Sichtbarkeitsindex, eine Einheit, die beschreibt, wie gut eine Website in den Ergebnissen der allgemeinen Google-Suche platziert ist.

Zur Ermittlung dieser Zahlen überprüft Sistrix einmal pro Woche die jeweils ersten 100 Google-Ergebnisse von rund einer Viertel Million Suchbegriffen. Der aus diesen 25 Mio. Daten errechnete Indexwert bezieht die Platzierung einer Domain in den Ergebnissen und die Popularität eines Suchbegriffs mit ein. Ist also eine Website bei populären Suchen weit oben platziert, steigt ihr Sichtbarkeitsindex relativ gesehen schneller an, als wenn sie bei weniger populären Suchen weit oben oder bei populären Suchen auf den Plätzen 90 oder 100 vertreten ist.

Hier führt bei den Nachrichtenwebsites derzeit Spiegel Online vor Focus Online und Bild.de. Allerdings kommt man nur mit SEO hier auch nicht so schnell weit nach vorn – so einfach lässt sich Google dann doch nicht austricksen. Wichtige Faktoren wie die Fülle von Inhalten und die Zahl der über die Jahre zusammengekommenen Verlinkungen auf die Inhalte dürften hier die wichtigste Rolle spielen. So spiegelt das Ranking im Großen und Ganzen auch die Beliebtheit der Websites wieder. Zwar findet sich Bild.de hier nur auf Platz 3 statt wie beim Traffic auf Rang 1, doch große Überraschungen bleiben aus.

Auch die Verschiebungen in den Sichtbarkeitsindex-Werten spiegeln sich nicht so sehr in den Trafficzahlen wieder. So hat tagesspiegel.de trotz eines 6-Monats-Index-Verlustes von 30,9% bei den Visits im selben Zeitraum keinen so großen Einbruch erlitten. Auch bei anderen größeren Verlierern wie FAZ.net, manager-magazin.de oder Wiwo.de ist das nicht der Fall.

Neben der allgemeinen Google-Suche ist für Nachrichten-Websites der Aggregator Google News noch ein wichtiger Faktor, nicht zuletzt, weil die Top-Google-News-Ergebnisse auch prominent in der normalen Google-Suche eingeblendet werden. Zudem scheint hier mit SEO schneller eine bessere Platzierung erreichbar zu sein als in der allgemeinen Suche.

Und tatsächlich liegen in der aktuellen Auswertung die Websites vorn, von denen aus der Branche zu hören ist, sie würden sehr viel Kraft in das Thema SEO investieren: Welt Online konnte beispielsweise in der vergangenen Woche 1231 Artikel auf die Google-News-Startseite, bzw. eine der Ressort-Seiten bringen – mit Abstand der beste Wert. Dahinter folgen stern.de, Focus Online, sueddeutsche.de und Abendblatt.de.

Die beiden Großen beim Publikum, Bild.de und Spiegel Online folgen erst auf den Plätzen 6 und 8, hier wird also offenbar nicht so viel Wert auf SEO gelegt. Interessant sind zudem die Top-Platzierungen solcher Anbieter wie Donaukurier.de und Euronews.net, die in den Traffic-Rankings nicht so weit vorn zu finden sind. Die Erklärung: Das Duo wird bei Google News vor allem mit Bildern verlinkt, nicht mit Teaser-Texten. Viel Traffic bringen diese Bildchen auf den Google-News-Seiten aber offenbar nicht.

Vergleicht man zudem die IVW-Rankings mit den Sistrix-Statistiken, zeigt sich, welche Anbieter noch Nachholbedarf bei der Suchmaschinenoptimierung haben. Dazu gehört vor allem Express.de, das nach Visits gerechnet derzeit 10. ist, bei der Sichtbarkeit aber nur 60. und bei Google News nicht einmal 100. Ähnliches gilt für taz.de, das bei der Sichtbarkeit in den vergangenen Monaten rund zwei Drittel des Indexwertes eingebüßt hat und nur noch Platz 39 belegt. Bei Google News ist taz.de sogar nur 65.

Auf der anderen Seite bedeuten diese Zahlen aber natürlich auch, dass Express.de und taz.de offenbar ein großes Stammpublikum haben, das auch ohne Google auf die Seiten findet. Und das ist ja eigentlich sogar noch mehr wert als schneller Traffic aus Suchmaschinen.

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