Axel Springer-Aktie fällt auf Jahrestief

So hat sich Mathias Döpfner das erste Jahr im MDax wohl nicht vorgestellt: Einen Tag vor der Halbjahresbilanz notiert Europas größter Zeitungsverlag schwächer als vor dem Aufstieg im vergangenen Herbst. Die Aktie kam im schwachen Marktumfeld der vergangenen Tage unter die Räder und rutschte gestern zeitweise unter die 30-Euro-Marke – und damit auf ein neues Jahrestief ab. Die Springer-Aktie performt 2011 damit viel schlechter als der Vergleichindex. Mehr noch: Banken senken bereits die Kursziele des einstigen Dax-Kandidaten.

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So hat sich Mathias Döpfner das erste Jahr im MDax wohl nicht vorgestellt: Einen Tag vor der Halbjahresbilanz notiert Europas größter Zeitungsverlag schwächer als vor dem Aufstieg im vergangenen Herbst. Die Aktie kam im schwachen Marktumfeld der vergangenen Tage unter die Räder und rutschte gestern zeitweise unter die 30-Euro-Marke – und damit auf ein neues Jahrestief ab. Die Springer-Aktie performt 2011 damit viel schlechter als der Vergleichindex. Mehr noch: Banken senken bereits die Kursziele des einstigen Dax-Kandidaten.

Es ist schon ein seltsames Börsenjahr 2011: Die große Finanzmarktkrise schien gerade halbwegs verdaut, da tauchen schon wieder neue Krisen auf – und zwar dies- und jenseits des Atlantiks. Erst die große europäische Schuldenkrise, die – ausgelöst in Griechenland – zum Flächenbrand und also zur Zerreißprobe des Euro zu werden droht, dann der große Showdown in Washington um die Erhöhung der Schuldengrenze oder den Absturz in die Zahlungsunfähigkeit.
Lange Zeit sah die deutsche Konjunktur wie die Insel der Glückseeligen aus, so furios zieht das Wirtschaftswachstum an – vier Prozent könnten es dieses Jahr werden, ein Niveau das seit der Wiedervereinigung nicht erreicht wurde. Anleger in den konjunktursensiblen Sektoren wie der Werbebranche misstrauen dem mehr als zweijährigen Höhenflug jedoch schon länger: So kommt es, dass die Dickschiffe der TV- und Verlagsbranche, ProSiebenSat.1 und Axel Springer, mitten im nachhaltigsten Aufschwung der vergangenen Jahrzehnte so hart abgestraft werden, als wäre der nächste konjunkturelle Knick bereits Fakt.

Axel Springer-Aktie seit Januar schon 26 Prozent hinten

Dabei konnten sowohl das Münchner als auch das Berliner MDax-Mitglied im ersten Quartal erneutes Umsatz- und Gewinnwachstum auf Rekordniveau vermelden. Trotzdem sind die Aktien im deutschen Nebenwerte-Index 2011 zu echten Kellerkindern abgestiegen: Während der MDax seit Januar um 2 Prozent vorne liege, notiert ProSiebenSat.1 um 22 Prozent im Minus, die Axel Springer aber sogar schon um 26 Prozent!
Vor allem der steile Einbruch des größten Verlagshauses der Republik überrascht in diesem Ausmaß: Nur noch knapp 30 Euro bewilligten Anleger gestern für die Anteilscheine des Berliner Platzhirschen unter Europas Zeitungsverlagen – das entspricht 90 Euro vor dem im Juni durchgeführten Aktiensplitt.

Alarmzeichen: Analysten senken den Daumen

Dabei konnte sich Konzernchef Mathias Döpfner noch im Oktober vergangenen Jahres über die Rückkehr in den dreistelligen Kursbereich freuen – sogar das Allzeithoch aus dem Jahr 2007 bei über 140 Euro, das heute nach dem Aktiensplit in Höhe von 3:1 rund 46 Euro entspricht, schien nach Analystenmeinung wieder in Reichweite.
Nun jedoch überdenken die ersten Volkswirte ihre optimistischen Kursziele und nehmen ihre Prognosen zurück. Erst in der vorherigen Woche korrigierte HSBC das Kursziel von 48,30 auf 45 Euro. In den Wochen zuvor hatten die Analystenkollegen des Bankhauses Lampe und der Hamburger Berenberg Bank ihre Kursprognose zurückgenommen und ebenfalls die 45-Euro-Marke als Kursziel ausgegeben.

Gemischte Ergebnisse erwartet
Dieses Kursniveau sieht nach dem jüngsten Absturz indes ziemlich luftig aus: Ganze 50 Prozent Plus würden Anleger, die nun bei Kursen um die 30 Euro einstiegen, einfahren, wenn die Analystenprognosen denn aufgingen.   
Überprüfen können Aktionäre als auch Analysten ihre Einschätzung bereits morgen: Dann nämlich legt der MDax-Konzern seine Geschäftsdaten für das abgelaufene zweite Halbjahr vor. HSBC-Analyst Tobias Britsch rechnet nach seiner jüngsten Herabstufung mit gemischten Zahlen: Das Printgeschäft könne nach den starken Vorjahresvorgaben unter Druck geraten, die Auslands- und digitalen Aktivitäten hätten das Potenzial für positive Überraschungen. ProSiebenSat.1 präsentiert seine neusten Geschäftszahlen nur einen Tag später.

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