Anzeige

ARD-Talk: Jauch will Publikum einbinden

Am 11. September moderiert Günther Jauch seine erste Talksendung in der ARD. In der Hörzu verrät der 55-Jährige erste Details. "Wir überlegen, ob wir die Zuschauerbeteiligung verstärken - mithilfe des Internets. So lässt sich ununterbrochen aufnehmen, wie die Reaktionen sind und welche Unklarheiten es gibt." In seiner neuen Rolle werde er nicht als "Phrasenknacker" auftreten, sondern als "Spurensucher". Auf große Veränderungen am Sonntagabend-Talk will Jauch aber erstmal verzichten.

Anzeige

"Es wäre dumm, jetzt alles anders machen zu wollen. Die eine oder andere Schraube wird von mir verstellt werden – vielleicht aber noch nicht am Anfang, sondern erst später. Erst einmal möchte ich Erfahrungen damit sammeln, was zu mir passt und was nicht", sagt Jauch im Interview mit der Hörzu. Angesichts seiner neuen Aufgabe sei er etwas nervös. "Die Moderation der Show wird für mich in dieser Form etwas Neues sein. Zwar habe ich keine Angst, aber die Sendung verlangt einem viel ab, und ich werde da sicher Fehler machen, vor allem am Anfang."
Seine eigene Rolle definiert der Moderator eher als "Spurensucher" denn als Phrasenknacker, Dompteur oder Stichwortgeber: "’Der ‚Spurensucher‘ gefällt mir am besten, wenn während der Spurensuche der Rest der Welt nicht einzunicken droht." Dabei wird es eine seiner persönlichen Herausforderungen sein, dass die Zuschauer ihn als Interviewer von Politikern sehen werden, die er bei "Stern TV" nicht immer kontrovers diskutieren lassen musste: "Die Leute werden mich in einer anderen Rolle sehen – und das wird nicht allen gefallen. Es wird einen Wahrnehmungswechsel geben."
Mögliche Probleme einer Talksendung sieht er bei großen Gesprächsrunden, die keinen Erkenntnisgewinn liefern. "Manchmal wird eine spannende Diskussion behindert, weil der Moderator sich plötzlich verantwortlich fühlt für einen schweigsamen Gast, der sechs bis sieben Minuten nicht mehr zu Wort gekommen ist. Ich kenne das gut. Das ist der Fluch der großen Runde. Deshalb kann man die Zahl der Gäste auch gern mal klein halten." Inhaltlich wäre es für ihn ein "sehr hartes Brot", wenn es in der Regierung wieder eine Große Koalition gäbe und "sich nach außen alle ganz lieb haben".

Die Kritiken zu seiner ARD-Sendung sieht er gelassen: "Wenn ich eines gewöhnt bin, dann das: Immer, wenn ich mit etwas Neuem begann, begegnete mir anfangs große Skepsis. Ob ich Politik kann, obwohl ich vom Sport komme? Ob ich Fernsehen kann, obwohl ich Radio machen kann? Ob ich Unterhaltung machen kann, obwohl ich ’stern tv‘ gemacht habe? So wird es diesmal auch sein."
Neben dem Sonntags-Talk wird Jauch auch weiterhin das RTL-Format "Wer wird Millionär?" moderieren. Und er habe auch keine Ambitionen, damit aufzuhören. "Mit dem Fernsehen ist bei mir nicht zwangsläufig mit einem bestimmten Alter Schluss. Ich kenne Kollegen, die mit 30 gesagt haben, dass sie mit 40 dauerhaft die Beine hochlegen wollen, doch nun wundere ich mich, dass sie jenseits der 50 noch immer im TV herumlaufen."
Neben den zwei Fernsehformaten betreibt Jauch die Produktionsfirma i+u. Das Manager Magazin hatte den 55-Jährigen aufgrund seines Honorars als "König der Fernsehunterhaltung" bezeichnet. Angesprochen, ob er das viele Geld wert sei, das er von der ARD bekomme, antwortete Jauch: "Der Zuschauer kann sehr schwer unterscheiden, wer oder was im Fernsehen wie viel kostet. Bei der Sonntagabend-Sendung fließt zum Beispiel sehr viel in die aufwendige Produktion. Das Format wird der ARD ja komplett geliefert."

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige