IVW: die wahren Gewinner und Verlierer

Die Springer-Titel Computer Bild und Computer Bild Spiele waren im zweiten Quartal die beiden größten Verlierer in den wichtigen IVW-Kategorien Abos und Einzelverkauf. Das zeigt die MEEDIA-Analyse der endgültigen Auflagenzahlen. Größte Gewinner des Quartals waren Landlust, Neue Freizeit und TV Digital. Bittere Erkenntnis für die Branche: Nur 24% der Titel konnten Käufer gewinnen, unter den 40 auflagenstärksten Publikumszeitschriften gehören sogar nur vier zu den Aufsteigern.

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Die IVW-Zahlen, die traditionell vorab vom VDZ veröffentlicht werden, lassen seit jeher keine endgültigen Aussagen darüber zu, welche Zeitschriften Sieger und welche Verlierer sind. Der Grund: Der VDZ veröffentlicht nur die Gesamtverkäufe, nicht aber die Detailzahlen der einzelnen Auflagenkategorien. Für die meisten Fachmedien endet die IVW-Analyse dennoch an diesem Tag. Nicht so für MEEDIA: Da inzwischen die kompletten IVW-Zahlen vorliegen, schauen wir nach, wer in den beiden wichtigen Kategorien Abos und Einzelverkauf gewonnen und verloren hat.

Zwar lässt sich auch in diesen Auflagenkategorien tricksen, allerdings sind sie im Vergleich zu sonstigen Verkäufen oder Bordexemplaren ganz klar die härteren Segmente, in denen die echten Vertriebsumsätze fließen. Nur wer hier gewinnt, darf sich auch als Gewinner fühlen. Für unsere Analyse haben wir alle derzeit 555 bundesweit am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften ausgewertet.

Beginnen wir mit den 20 größten Gewinnern des Quartals. Ganz vorn findet sich hier auch diesmal die Landlust. Mit einem weiteren Plus von 128.671 Abos und Kiosk-Verkäufen übersprang das Magazin die 800.000er-Marke. Ebenfalls mehr als 100.000 zusätzliche Verkäufe verzeichnet das monatliche Billig-Yellow Neue Freizeit. Knapp an dieser Marke gescheitert ist Springers TV Digital, das mit einem Plus von 6,0% im umkämpften Programmie-Markt aber dennoch zufrieden sein kann.

Der Rest der Aufsteiger-Top-20 ist ein bunter Mix aus Zeitschriften für Kinder, Wellness- und Lifestyle-Magazinen, sowie Titeln für Frauen und Heften aus anderen Segmenten. Echte Trends sind hier nicht erkennbar.

Anders bei den Verlierern. Hier dominieren Technik-Titel wie Computer Bild, Computer Bild Spiele, Audio Video Foto Bild und Chip, sowie Programmies wie TV Movie, Auf einen Blick, TV Spielfilm, TV Hören und Sehen, Hörzu und TV pur. Die Technik-Magazine verlieren schon seit Jahren kräftig an Auflage – sicher auch, weil Interessierte sich zunehmend lieber im Internet informieren. Bei den Programmies ist – im Gegensatz zur Vergangenheit, als es meist eine Umverteilung zwischen älteren und neueren Titeln gab – inzwischen ebenfalls ein kräftiges Minus zu verzeichnen. Fast 700.000 Verkäufe weniger als im Vorjahr wurden in diesem Segment im zweiten Quartal verzeichnet. Das 62,6%-Minus von Just Kick-it! ist im Übrigen nicht so dramatisch wie sie aussieht. Das Panini-Magazin punktete vor einem Jahr extrem mit einer WM-Sticker-Beilage, verkaufte sich in anderen Quartalen aber nie viel besser als jetzt.

Ebenfalls einen klaren Trend erkennt man im Ranking der 20 auflagenstärksten Neulinge. Sehr viele frauen-affine Magazine finden sich in dieser Liste: Freizeit Heute, mein schönes Land, Prima Woche, Meine Pause, Schöne Welt, und und und. Daneben schafften es diverse Kindermagazine wie Prinzessin Lillifee Zauberwelt, Filly Special, Prinzessin Lillifee Bastelzauber und Disney cars in die Charts. Einziger Titel auf den vorderen Plätzen, der sich nicht nur an Frauen oder Kinder richtet, ist Hörzu Wissen, der bei seinem IVW-Debüt immerhin auf Anhieb 142.880 Abos und Einzelverkäufe verzeichnet.

Nun die bitterste Tabelle von allen: Die Top 40 der meistgekauften, am Kiosk erhältlichen deutschen Zeitschriften. Bitter deswegen, weil sich auf diesen 40 Plätzen nur ganze vier Titel finden, die zulegen konnten: TV Digital, TV Direkt, Landlust und Laviva. Alle anderen 36 büßten Käufer in den beiden harten Auflagenkategorien ein – zum Teil in heftigen Ausmaßen. Auch hier muss die Computer Bild als extremstes Beispiel herhalten: Ihr gingen 17,3% der Käufer abhanden. 7,2% büßte auf den ersten 20 Plätzen die Fernsehwoche ein, jeweils 6,9% TV Hören und Sehen und Auf einen Blick, 6,6% die Funk Uhr.

In der zweiten Hälfte der Top 40 finden sich zwei Magazine mit einem Minus von mehr als 10%: der Bravo gingen 13,7% der Vorjahres-Käufer abhanden, Glamour 11,8%. Ebenfalls deutlich nach unten ging es für TV Today (9,9%), InStyle (9,6%), Das Neue Blatt (9,2%) und Reader’s Digest (9,2%). Auch der Focus liegt in dieser Statistik übrigens in den roten Zahlen, trotz eines kleinen Einzelverkaufs-Zuwachses. Der Grund: Das Magazin verlor mehr als 13.000 Abonnenten.

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