Überregionale verlieren 250.000 Käufer

Seit Mittwoch liegen die kompletten IVW-Auflagen des zweiten Quartals vor - und sie liefern insbesondere für die Zeitungsbranche keinen Grund für Jubel. Allein die neun überregionalen Blätter haben innerhalb eines Jahres 250.000 Käufer verloren. Zwar gehen mehr als 200.000 davon auf das Konto der Bild, doch auch Titel wie Frankfurter Rundschau, Financial Times Deutschland, Neues Deutschland und Handelsblatt haben bei den Abos und am Kiosk stark eingebüßt.

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Heftige 10,2% verlor die Frankfurter Rundschau in den beiden harten Auflagenkategorien Abonnements und Einzelverkauf an Kiosk & Co. – ein Minus von mehr als 10.000 Käufern in nur einem Jahr. Bei mehr als 6% liegen die Verluste für die Financial Times Deutschland, die hier nur noch knapp über der 50.000er-Marke liegt, sowie beim Neuen Deutschland. Mit einem Minus von 4,6% ebenfalls nach unten gekracht ist erneut das Handelsblatt. Nach absoluten Zahlen ist natürlich die Bild der größte Verlierer: sie büßte mit 205.098 Käufern mehr ein, als sechs der neun überregionalen Blätter insgesamt besitzen. Relativ glimpflich davon gekommen sind diesmal die Süddeutsche, die taz und die F.A.Z.:

Ergänzt um weichere Aufklagenkategorien wie sonstige Verkäufe und Bordexemplare sehen die Minuszeichen bei manchem Blatt nicht mehr ganz so dramatisch aus. Handelsblatt und FTD haben mit diesen Kategorien offenbar Auflagenkosmetik betrieben.

Positiver sieht es bei den Wochen- und Sonntagszeitungen aus, lässt man die Bild am Sonntag außen vor. Die Zeit, die Welt am Sonntag und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung liegen hier im Gesamtverkauf allesamt über dem Vorjahr, die Welt am Sonntag sogar um 2,9%. Die BamS hingegen büßte heftige 7,2% ein, verlor 117.739 Verkäufe.

Schaut man sich wiederum nur die Zahlen in den beiden wichtigsten Auflagenkategorien Abos und Einzelverkauf an, gehört auch Die Zeit zu den Verlierern, wenn auch mit einem Minus von 0,1% nur ganz knapp. Die Zahlen der Welt am Sonntag sehen hier hingegen sogar noch besser aus, die WamS legte vor allem bei den Abonnements kräftig zu. Das Plus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist hier hingegen deutlich kleiner, der Rückstand auf die WamS wieder angewachsen.

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