E-Books: Warum Amazon Verlagen in Sachen Kundendienst Lichtjahre voraus ist

Als Fan von E-Books habe ich mich schon oft geärgert, wie gerade deutsche Verlage mit dem Thema umgehen. Niedergeschrieben habe ich das u.a. schon einmal hier. Am gestrigen Sonntag nun, habe ich mir über den Kindle-Store von Amazon die deutsche E-Book-Version des Buchs “Eating Animals”, also “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer runtergeladen. Ich hatte […]

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Als Fan von E-Books habe ich mich schon oft geärgert, wie gerade deutsche Verlage mit dem Thema umgehen. Niedergeschrieben habe ich das u.a. schon einmal hier. Am gestrigen Sonntag nun, habe ich mir über den Kindle-Store von Amazon die deutsche E-Book-Version des Buchs “Eating Animals”, also “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer runtergeladen. Ich hatte zwar schon das Buch auf Englisch gelesen, wollte es gerne aber nochmals auf Deutsch haben. Außerdem wurde einem das E-Book auf der Amazon Seite mit dem Hinweis schmackhaft (Kalauer, Pardon!) gemacht, dass es eine Übersicht zur Sachlage der Massentierhaltung in Deutschland enthalte, die vom Vegetarierbund Deutschland (VEBU) zusammengestellt worden sei. Das hat mich interessiert und ich zahlte zähneknirschend den doch happigen Preis von 16,99 Euro für das E-Book “Tiere essen”. Für das englische E-Book hatte ich etwas über sechs Euro bezahlt.

Dann die Enttäuschung, als ich den versprochenen Anhang über die Lage der Massentierhaltung in Deutschland lesen wollte: 1. Es handelte sich um Fußnoten und gar nicht um einen eigenständigen Anhang. 2. Der Teil war vom Umfang her äußerst mickrig – nur ein paar läppische Seiten. 3. Das Schlimmste: Man konnte das gar nicht lesen. Bei der Übertragung des Manuskripts in die Kindle-E-Book-Datei muss ein Fehler geschehen sein. Die Zeilen waren zu breit, so dass man eine Zeile auf dem Bildschirm des Readers nicht zu Ende lesen konnte. Das Problem ließ sich weder durch ein Verkleinern der Schrift noch durch ein Ändern des Anzeige-Modus beheben.

Da geht der Verlag (Kiepenheuer & Witsch ist der böse Bube) her, verlangt schamlos viel Geld für ein E-Book (die gebundene Ausgabe ist mit 19, 99 Euro nur unwesentlich teurer), lockt mit halbgar eingelösten Versprechungen über zusätzliches Info-Material und ist dann noch nicht einmal in der Lage, das E-Book fehlerfrei und lesbar zu adaptieren. Und dann wundert man sich im hiesigen Verlagswesen, warum die E-Books noch ein Nischenmarkt sind?

Was mich versöhnt hat, war die Reaktion von Amazon. Man kann Kindle E-Books nämlich bis zu sieben Tage nach Kauf zurückgeben. Ich habe also eine Mail an den Kundendienst geschrieben, mit der Bitte das E-Book “Tiere essen” aus den genannten Gründen zurückzunehmen. Geschrieben habe ich die Mail Sonntagnacht gegen 23 Uhr. Rund 20 Minuten später antwortete der Amazon-Kundendienst, und zwar ein Mensch, kein Automat! Man bedankte sich für das Feedback, hinterließ eine kostenfreie Rückrufnummer. Der Amazon-Mitarbeiter schrieb, er habe sich gerne wegen des Problems persönlich melden wollen, schreibe aber in Anbetracht der Uhrzeit lieber eine Mail. Selbstverständlich wird das E-Book zurückgenommen und mit der Kaufpreis erstattet. Keine weiteren Fragen. So läuft das mit dem Kundendienst!

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