Steffen Seiberts Google+-Account ist ein Fake

Steffen Seibert liebt Twitter. Das hat er jüngst in einem Interview mit dem Zeit Magazin erklärt. Da verwundert es nicht, wenn der zwitschernde Regierungssprecher auch auf Google+ präsent ist. Dort berichtet er fleißig über den Besuch der Kanzlerin in Afrika und diskutiert mit anderen Google+-Usern. Doch entgegen anderslautender Medienberichte handelt es sich bei dem Google-Seibert um ein Fake-Profil, wie das Bundespresseamt auf Anfrage von MEEDIA bestätigte.

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"Kanzlerin verurteilt Anschläge scharf. Indien kann sich im Kampf gegen den Terrorismus der Solidarität Deutschlands sicher sein", heißt der jüngste Eintrag des Google+-Seibert. Keine Anzeichen, dass jemand den Regierungssprecher offensichtlich diskreditieren will. Im Stream des Accounts finden sich Bilder vom Afrika-Besuch der Kanzlerin. Weiter heißt es: “This account has been certified as officially belonging to Steffen Seibert. Thanks, The Google Plus BETA Team.” Dass es keine wirkliche Beta des Google-Netzwerks gibt und Profile nicht zertifiziert werden, war dem Verfasser dieser Nachricht offenbar nicht klar. Neben dem Profilbild prangt ein blauer Haken, der dem Besucher klar machen will: Dieses Profil ist echt.

Aber weit gefehlt: Wie das Bundespresseamt auf Anfrage von MEEDIA mitteilte, handelt es sich um ein Fakeprofil. “Die Statusmeldungen holt sich der Unbekannte aus Twitter, die Bilder stammen von der Webseite der Bundesregierung”, erklärt ein Sprecher des Bundespresseamtes. “Uns selbst ist es gar nicht erlaubt, Bilder zu twittern, da wir nicht über die entsprechenden Bildrechte für Twitter verfügen.” Kurzum: Der Betreiber des Fake-Profils remixt Ausschnitte aus Seiberts digitalem Leben zu einem Google+-Mashup.

Seitdem gestern Nachmittag auf Twitter erstmals das Gerücht die Runde machte, es könne sich um einen Fake handeln, führt das Profil den Namen "Steffen Seibert-OFFICIAL ACCOUNT". Darunter heißt es: “Hier streamt Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes (BPA). Streams seiner Mitarbeiter/innen enden mit dem Kürzel (BPA)”. Der Bluff zeigt Wirkung. Seiberts vermeintliches Alter Ego ist mittlerweile in 95 Circles.

Er ist aber bei weitem nicht das erste prominente Google+-Opfer. Kurz nach dem Launch des Netzwerks machte ein vermeintlicher Steve Jobs auf sich aufmerksam, der gleich verkündete, dass Google+ demnächst in Apples mobiles Betriebssystem iOS integriert werden würde.
Das Bundespresseamt hat sich bereits mit Google in Verbindung gesetzt, um das Fake-Profil des Regierungssprechers entfernen zu lassen.

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