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„Urlaub mit Facebook Credits bezahlen“

Der Streit zwischen Holidaycheck und Holidaytest hat es deutlich gemacht: Der Markt für Reise-Empfehlungsplattformen boomt. "Für innovative Unternehmen der Tourismusbranche ergeben sich im Web riesige Wachstumschancen", erklärt Marketing-Experte Wilfried Schock im Gespräch mit MEEDIA. Der Inhaber einer Social-Media-Agentur fürchtet jedoch, dass Facebook zum Reiseportal Nummer 1 werden und vielen anderen Unternehmen das Wasser abgraben könnte.

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"Die Stärke von Facebook ist die Achillesferse der Empfehlungsplattformen", kommentiert Schock. "Fast jeder unter 40-Jährige kennt das Netzwerk. Facebook-User nutzen die Plattform täglich, während sie die Seite einer Empfehlungsplattform extra ansurfen müssen, um sich über Reisen zu informieren." Noch wichtiger ist Schocks Meinung nach, dass man seine Freunde auf Facebook kennt und deren Kritiken einzuschätzen weiß. "Wenn wir wissen, dass einer unserer Freunde ein Gourmet ist, dessen Ansprüche einen Sternekoch nervös machen, schätzen wir dessen Äußerungen zur Küche eines Hotels anders ein, als wenn dieser Bekannte auch die Frittenbude um die Ecke zur gehobenen Küche zählt." Bei Holidaycheck hingegen nehmen Anonyme die Bewertungen vor. Da sei auch das Risiko von Fake-Bewertungen groß.
Auf den Vergleichsplattformen ist längst der Preiskampf unter Reiseanbietern wie TUI, Alltours und Co. entfacht. Die Chancen von Facebook nutzen sie hingegen kaum. "Social Networks können wissen, wohin ihre User fahren, wann und wie oft. Diese Daten könnten für passgenaue Angebote genutzt werden", sagt Schock. Würde Facebook aktiv ins Tourismusbusiness einsteigen, könnte das dem Marketing-Experten zufolge den Markt umkrempeln. "In wenigen Jahren werden wir unseren Urlaub mit der Währung Facebook Credits bezahlen."
Schock, der auch für die in Süddeutschland vertretene Community Kwick.de tätig war, warnt aber auch vor den Risiken von Social Media. "Wer im Web aktiv ist, muss immer ein Ohr am Markt haben." Sollten bei einer Vergleichsplattform negative Bewertungen eingehen, müsse man die Fehler offen diskutieren und nicht gegen an reden. "Social Media ist ein tolles Marktbereinigungs-Tool. Es verschärft und beschleunigt den Wettbewerb. Welcher Reiseanbieter als erstes lernt, richtig damit umzugehen, kann sich einen großen Vorsprung erarbeiten."

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