„Das Ende einer Boulevard-Ära“

Es ist eine von Rupert Murdochs "kaltschnäuzigsten Entscheidungen": Der Untergang der Zeitung "könnte ein Erdbeben losgetreten haben, das nun die gesamte britische Presse bedroht", schreibt der Daily Telegraph über die Einstellung der News of the World. "Nach einer schillernden Entwicklung mit Auszeichnungen hat das Blatt seine Orientierung und das Vertrauen seiner Leser verloren", kommentiert die Times. Insgesamt zeigt die Presse wenig Mitleid mit Murdochs Skandalzeitung.

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The Times: "Nach einer schillernden Entwicklung mit Auszeichnungen hat die News of the World ihre Orientierung und das Vertrauen ihrer Leser verloren."
The Guardian: "Dass Rupert Murdoch skrupellos ist, ist allgemein bekannt. Aber die Einstellung der 168 Jahre alten News of the World war eine der kaltschnäuzigsten Entscheidungen in seiner langen und stürmischen Karriere als Zeitungsverleger."
The Daily Telegraph: "Der Untergang der Zeitung bedeutet ganz klar das Ende einer bestimmten Boulevard-Ära und einer -kultur. Er könnte aber ein Erdbeben losgetreten haben, das nun die gesamte britische Presse bedroht."
Daily Mail: "Während 250 Menschen bei der News of the World ihre Jobs verlieren, bleibt die Frau trotzig im Amt, die sie in die Katastrophe geführt hat."
Financial Times: "Das Seltsame ist, dass die News of the World nur selten gelogen hat. Ihre Exklusivgeschichten waren oft anrüchig und konnten schreckliche Folgen haben. So hat sich eine Mathelehrerin, die Swinger-Partys organisiert hatte, sich nach einem Bericht der Zeitung vergast; die Tochter eines berühmten Schauspielers beging ebenfalls Selbstmord, nachdem das Blatt berichtet hatte, dass sie als Prostituierte arbeite. Die Geschichte waren zumindest immer halb-wahr.
Mirror: "Sagen Sie, was Sie wollen über die News of the World. Sie war eine britische Institution, genau wie Rindfleisch und Yorkshire-Pudding."
The Sun: "Das Ende nach einer stolzen Vergangenheit."
The New York Times: "Die Entscheidung der Murdoch-Familie, die blamierte Zeitung inmitten eines sich immer weiter zuspitzenden Skandals einzustellen, hat Großbritanniens Presse- und Politiklandschaft verändert, und sogar zur Festnahme des politisch sehr einflussreichen ehemaligen Chefredakteurs geführt."
Spiegel Online: "Das Murdoch-Imperium stellt das Boulevardblatt News of the World ein … Doch der Befreiungsschlag wird dem Medienkonzern kaum Luft verschaffen, Scotland Yard ermittelt mit Hochdruck."
Welt Online: "Die Reporter der britischen Zeitung News of the World verletzten moralische und rechtliche Grenzen. Der Abhörskandal bringt auch Premier Cameron in Bedrängnis."
V.i.S.d.P.: "In all seiner Brutalität ist die Einstellung von News of the World ein typischer Murdoch-Schachzug: Vordergründig radikal und teuer, in Wirklichkeit vielleicht nicht so sehr.

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