Social Media-Plan: Red Bull droht Klage

Red Bull droht Ärger mit der Hamburger TV-Produktionsfirma Stampfwerk: In ihrer aktuellen Ausgabe verrät die Zeit, dass der Getränkekonzern gerade mit Facebook und YouTube spricht. Das Ziel des Brause-Produzenten, der sich immer stärker zu einem Medienkonzern wandelt, soll es sein, entweder mit den US-Plattformen zu kooperieren oder ein eigenes "Bullennetzwerk" aufzubauen. Das Problem dabei: Mit diesem Plan brechen die Österreicher offenbar bestehende Verträge mit dem deutschen Medienunternehmen Stampfwerk.

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Der von Dieter Mateschitz gegründete Konzern sucht offenbar neue virtuelle Wege, den eigenen digitalen Red Bull-Content noch besser in US-Plattformen einzubinden oder sogar eine eigene Alternative zu den Web-Platzhirschen aufzubauen.

Sowohl bei Facebook als auch bei YouTube ist die Marke Red Bull längst ein echtes Schwergewicht. Bei Facebook zählt die Marke über 21 Millionen Fans, und bei Googles Clip-Kanal sorgen alleine die offiziellen Videos der Österreicher für über 164 Millionen Film-Aufrufe. Nach Meinung der Zeit-Autoren Stefan Müller und Joachim Riedl soll die mediale Zukunft des Unternehmens auf digitalem Bewegtbild basieren. So setzt man bei Red Bull Media offenbar massiv auf Hybrid TV, die Symbiose aus Fernsehen und Internet. Nicht nur die Energiedrink-Brauer gehen davon aus, dass diese neue Technik die Medienwelt massiv verändern könnte.

Ein wichtiger Partner bei diesen medialen Zukunftsplänen von Red Bull war offenbar auch Stampfwerk. Nach Informationen der Nachrichtenagentur APA basierte die Idee der Österreicher, Live-Bewegtbilder in die Social Community von Facebook zu integrieren, von dem TV-Produzenten aus Hamburg. Gründer und Eigner der Medienproduktions- und Vermarktungs GmbH ist Günter Stampf. Der gebürtige Österreicher war mal Chefreporter bei der Bild und Chefredakteur des ORF. Mittlerweile produziert er – nach eigenen Angaben – Serien und Unterhaltungsformate für Kunden wie RTL, ProSieben, Sat.1, RTL II oder auch HBO. Bekannte Format sind "Die Schulermittler" oder "Urteil Mord".

Stampf fühlt sich nun offenbar hintergangen und überlegt nach Angaben seiner Wiener Rechtsanwaltskanzlei Höhne, In der Maur & Partner nun eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe. Momentan würden "alle rechtlichen Ansprüche von Stampfwerk gegen Red Bull Media House und dessen mögliche künftige Geschäftspartner bis hin zur Einbringung von Schadenersatzklagen in den USA im dreistelligen Millionenbereich geprüft", so Rechtsanwalt Georg Streit gegenüber der APA.

Bereits vor über einen Jahr soll sich der Deutsche TV-Produzent mit Mateschitz auf ein fertiges Konzept unter dem Arbeitstitel "My Live" geeinigt haben. Die Hamburger befürchten jetzt laut Streit, dass Red Bull das "entwickelte Konzept über die Verbindung von Social Networks mit Live-Videocontent nun ohne jede Einbindung und Beteiligung von Stampfwerk mit neuen Partnern realisieren will".

Nachtrag: Auf Nachfrage des Standard erklärte Red Bull, dass die angesprochene USA-Reise von Dieter Mateschitz niemals stattgefunden hätte. Zudem erklärte der Konzern, dass Stampfs "Sendeidee nicht weiter verfolgt" wurde, "weil sie zu keinem befriedigenden Resultat geführt hat."

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