Kapitulation: Murdoch verscherbelt MySpace

Einst bezeichnete Rupert Murdoch den Kauf des Social Networks MySpace als "bestes Geschäft meines Lebens". Das war ein überaus teurer Irrtum. Jetzt verkauft der Medien-Mogul die Web-Tochter für geradezu erbärmliche 35 Millionen Euro, die zudem mehrheitlich via Aktien-Übergabe abgewickelt werden. Zum Vergleich: Fast 600 Millionen Dollar war Murdoch einst der virtuelle Kontakthof wert. Neben dem Kaufpreis muss der Australier hohe Investitionen in die Entwicklung von MySpace abschreiben.

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Käufer ist das amerikanische Unternehmen Specific Media, das auf Ad-targeting spezialisiert ist. Der Konzern gab bekannt, dass außerdem Sänger Justin Timberlake als Teilhaber mit an Bord sei, wie die New York Times berichtet. Der Murdoch-Konzern News Corp hatte zuletzt einen Verkaufspreis von 100 Millionen Dollar aufgerufen. Der Traum platzte, und die Mini-Beteiligung von angeblich unter fünf Prozent, die News Corp verbleiben soll, tröstet da kaum.
Der Käufer hofft vor allem auf Synergie-Effekte. CEO Tim Vanderhook erklärte wenig konkret: "Wir sind zuversichtlich, beide Plattformen zu kombinieren und die nächste Generation der digitalen Innovation zu begleiten." Dagegen spricht, dass MySpace vom größten Social Network zu einem Statisten in einem von Facebook kontrollierten Markt degenerierte.

Myspace-CEO Mike Jones wird das Unternehmen nach eigenen Angaben verlassen und lediglich die Übergabe bis Ende August begleiten. Mehr als die Hälfte der 500 Mitarbeiter sollen entlassen werden. In der Hochphase hatte das Network rund 1400 Angestellte unter Vertrag.

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