LulzSec streicht nach 50 Tagen die Segel

Bedeutet dieser Angriff das Aus für LulzSec? Die Hacker veröffentlichen ein letztes Mal einen Datensatz, den sie entwendet haben, und wollen ihre Attacken einstellen. Opfer wurde die US-Behörde des Arizona Department Public Safety. Doch jetzt, nach 50 Tagen, in denen man Unternehmen und Regierungen gestört und bloßgestellt habe, sei es an der Zeit, "bon voyage zu wünschen". Einen Grund nennt die nach eigenen Angaben sechsköpfige Gruppe nicht. Aber der Druck auf die Netzpiraten war gestiegen.

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LulzSec war verantwortlich für Hacks auf diverse Unternehmen und Regiergungsbehörden. So knackte die Gruppe unter anderem die Rechner der Spielehersteller Sony und Nintendo, der Fernsehsendergruppe PBS sowie der Einrichtungen des FBI und des US-Senats. In einer Erklärung schreiben die Mitglieder nun: "Unsere 50-tägige Kreuzfahrt ist vorüber, und wir müssen in andere Gewässer segeln." Gleichzeitig rufen sie andere Hacker dazu auf, die AntiSec-Bewegung fortzusetzen. "Gemeinsam können wir unsere üblichen Unterdrücker niedertrampeln und uns mit der Kraft und der Freiheit erfüllen, die uns zusteht."
Der Name LulzSec setzt sich aus den Begriffen "Lulz", was eine schadenfrohe Variante der Abkürzung "LOL" (Laughing out Loud) ist, und "Security" zusammen. Übersetzt bedeutet der Name "lächerliche Sicherheit". Den Mitgliedern ging es zuerst um den Spaß am Hacken (MEEDIA berichtete). Erst vor kurzem schrieben, sie wollten auch gegen die fortschreitenden Bemühungen von Regierungsseite, das Internet zu dominieren und zu kontrollieren, vorgehen. "Unser oberstes Ziel ist es, jegliche Art von geheimen Regierungsinformationen zu stehlen und zu verbreiten." Hauptziele sind Banken und andere hochrangige Einrichtungen. Man wolle verhindern, dass die "Privatsphäre von profitgierigen Geschäftemachern überrannt wird".
Dieses Ziel dürften die Netzpiraten trotz ihrer rasant gestiegenen Popularität nicht erreicht haben. Möglicherweise bewirken ihre Angriffe sogar das Gegenteil: Wirtschaftsunternehmen und Regierungseinrichtungen schärfen das Sicherheitsbewusstsein für ihre Systeme und erschweren dadurch den illegalen Zugriff darauf. Eines hat LulzSec aber definitiv geschafft: Die Gruppe hat das Thema Internetsicherheit in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt.
Zuletzt war der Druck auf die Webaktivisten gestiegen. Die englische Polizei hatte ein 19-jähriges Mitglied der Hackergruppe festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, für Netzwerkeinbrüche und DDoS-Angriffe verantwortlich zu sein, meldete die Metropolitan Police. Es sei auch umfangreiches Material sichergestellt worden, das nun untersucht wird.
Doch auch innerhalb der Szene habe der Druck auf LulzSec in den vergangenen Tagen zugenommen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Aktivisten der niederländischen Gruppe TeamPoison legten das Blog eines mutmaßlichen Mitglieds der Gruppe lahm und drohten damit, Namen und Daten von LulzSec-Hackern preiszugeben.

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