Media Markt belohnt Internet-Ausdrucker

Wenn's ums Marketing geht, ist der Media Markt nicht blöd. Der Konzern setzte auf Mario Barth als Testimonial, als dieser gerade zum Gipfel seines Erfolgs stürmte. Zuletzt lief das Geschäft aber eher mau, und das Unternehmen tauschte seine Werbeagentur aus. Jetzt startet eine neue inhouse entwickelte Marketing-Aktion: Unter dem Motto "Media Markt vs. Internet" rufen alle deutschen Märkte zum Preisvergleich mit Online-Anbietern auf. Aggressiv wird die mit Axel Springer initiierte Aktion beworben.

Anzeige

Das Prinzip sieht folgendermaßen aus: Wer zwischen dem 20. und 30. Juni einen der 92 online gelisteten Fernseher bei Media Markt kauft, erhält ihn zum günstigsten Preis, den er bei der Preissuchmaschine Idealo.de, die zum Springer-Verlag gehört, findet. Dabei vergleicht man zunächst den Preis für seinen Wunsch-TV auf der Online-Plattform, druckt das Angebot aus und geht damit zum nächsten Media Markt. Die Auswahl ist groß und reicht vom 55-Zoll-3D-Fernseher bis hin zum kompakten 40-Zoll-Gerät. Zwischen 300 und 3.000 Euro bewegt sich die Preisspanne.
Schwierige Zusammenarbeit mit einzelnen Filialen
Die gestern gestartete Aktion ist der erste Schritt in Media Markts neuer Online-Offensive. Der neue Partner des Elektronikkonzerns, Ogilvy & Mather, soll "gemeinsam mit unserer inhouse-Marketingagentur redblue eine zentrale Akzeptanz der Marke generieren und so den weiteren Erfolg von Media Markt sichern", sagte Michael Rook, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Media Markt. Um die Handelskette "ins digitale Zeitalter zu begleiten", wie Ogilvy-Deutschland-Chef Thomas Strerath es nennt, ist es jedoch reichlich spät. Andere Firmen wie Amazon, Redcoon, Cyberport und Conrad haben den Markt besetzt.
Für den roten Riesen ist jede Online-Expansion eine langwierige Prozedur. Denn anders als reine Internetversandhändler hat Media Markt rund 200 Filialen in ganz Deutschland, die alle von einem eigenen Filialleiter geführt werden. Aktionen muss der Konzern also immer mit allen Märkten abstimmen. Dieses Problem beschrieb das Manager Magazin in einem Beitrag wie folgt: "Die Einrichtung [einer Internet-Handelsplattform, Anm. d. Red.] stößt auf Schwierigkeiten und Widerstände, da die rechtlich selbstständigen Media-Markt- und Saturn-Geschäfte ihre Preise selbst festlegen." Einheitliche, womöglich niedrigere Preise im Internet würden den örtlichen Märkten schaden, deshalb gebe es in den Regionen eine Ablehnungsfront.
Internet-Ausdrucken soll Online-Geschäft ankurbeln
Anfang des Jahres hatte die Handelskette bekannt gegeben, ihre Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Kempertrautmann aus Hamburg zu beenden. Media-Markt-Vorstandsboss Michael Rook begründete die Trennung damals mit dem "Anspruch als Nummer Eins, den Kunden dort zu erreichen, wo er es von uns erwartet. Künftig suchen wir einen Partner, der unsere Marke intensiv in Richtung Multichannel begleitet."
Mit anderen Worten: Kempertrautmann erschien Media Markt zu konservativ in Zeiten von Web 2.0 und Social Media. Wie die Idee des Internet-Ausdruckens bei den Kunden ankommt, bleibt abzuwarten.
Update vom 23. Juni: Ogilvy & Mather ist für die aktuelle "Media Markt vs. Internet"-Aktion nicht verantwortlich.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige