Facebook-Partys: Schäden nicht versichert

Zahlt Thessa jetzt die Riesen-Rechnung? Ihrer über Facebook öffentlich gemachten Party-Einladung folgten rund 1.500 Gäste und verwüsteten den Hamburger Stadtteil Bramfeld. Die Gefahr, dass dabei Schäden entstanden sind, die nicht versichert sind, ist groß. Denn: "Entwickelt sich eine Social-Media-Party zu einer 'Hausabrissparty', übernimmt keine Hausratversicherung den entstandenen Schaden zerstörter Einrichtungsgegenstände", so Volker Samel, Experte der Zurich-Versicherung.

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Facebook, StudiVZ und Co. werden immer häufiger für die Verabredung zu spontanen Partys genutzt. Nicht selten locken die öffentlich gemachten Einladungen ungebetene Gäste und Randalierer. So verwüsteten mehr als 5.000 Jugendliche den Strand von Westerland auf Sylt. Der Organisator, der die Feier bei MeinVZ ankündigte, sollte daraufhin 20.000 Euro für die Aufräumarbeiten zahlen.

Bei unkalkulierbaren Schäden, die durch eine ausgeartete Social-Media-Party meist mutwillig begangen werden, spricht man aus Versicherungssicht von Vandalismus. Samel: "Der Einladende geht hier mit Anlauf ein nicht versicherbares Risiko ein, da eine Hausratversicherung reine Vandalismusschäden grundsätzlich nicht abgedeckt. Diese sind lediglich als Folgeschaden durch vorherigen Einbruchdiebstahl abgesichert. Ein Versicherer übernimmt somit keine Kosten für zertrümmertes Mobiliar durch randalierende Gäste."

Auch die beliebte "Was machst du gerade?"-Funktion birgt Gefahren, die dem Versicherer zufolge unterschätzt werden. Nutzer, die ihre Hausanschrift sichtbar machen und der Welt mitteilen, dass ihr Mallorca-Urlaub morgen startet, machen Einbrechern leichtes Spiel. "Meldungen wie diese verletzen in Sachen Versicherungsschutz ganz klar die Vorsorgepflicht", berichtet Experte Samel. "Der Nutzer verkündet mit seinem Status seine Abwesenheit und liefert dem Einbrecher gleichzeitig seine genaue Adresse. Das gleicht schon fast einer persönlichen Einladung zur Straftat." Kommt es in der Folge zum Einbruchdiebstahl, kann der Versicherer die Leistung aufgrund grober Fahrlässigkeit kürzen und sogar die Leistung verweigern.

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